Oktober

 



Trost

 

Sanft tröstet mich jemand:

Du bist nicht allein.

Auch Bäume, sie haben wie du eine Seele.

Euch bindet ein Band.

Du spürst es genau. Nun entscheide und wähle.

Schau hinter den Schein,

bleib nicht vor der Wand!

Ich schaue zur Sonne und lächle ins Helle.

Wie schön ist dies Land!

Wie eifrig sie murmelt, die plätschernde Quelle!

Auch ich spür das Band -

weit mehr als den Schein.

Wie gut ist es, hier unter Freunden zu sein!

 

19.10.2019





Regen

 

Es regnet, regnet endlich wieder.

Der nasse Wald singt Regenlieder.

Er platscht und tratscht und tropft versonnen.

Der Boden quatscht vor Regenwonnen.

Ich spür´ die Bäume endlos trinken

und meinen Schuh im Schlamm versinken.

Verflixt, ich tret´ in eine Pfütze!

Das Wasser spritzt mir bis zur Mütze.

Ach, Regen ist gesund und frisch!

Doch bin ich Mensch – nur ungern Fisch.

 

6.10.2019




 

 Wege

 

Da gibt es die Wege zum Glücklichsein,

für Illusionen wie perlender Wein.

Sie prickeln und bitzeln, sind süffig und süß.

Nichts gibt es, was schäbig oder gar fies.

 

Dann folgen die Wege der Realität,

des Wunderns, Erschreckens. - Gesät ist zu spät.

Wege der Nöte mit bohrendem Schmerz.

Doch Einsicht und Nachsicht heilen das Herz.

 

Es folgen die Wege der Achtung und Güte.

Man erntet die Freundschaft, um die man sich mühte.

Verständnis und Fairness besiegten die Wut.

Auch steinige Wege sind sinnvoll und gut.

 

26.10.2018




 

 

 Dies ist mein Herbsttag

*frei nach Friedrich Hebbel

 

Dies ist ein Herbsttag,

wie ich keinen sah!

Die Luft ist still,

als atmete man kaum.*

 Und fröhlich rollt

die reife Eichelschar

in meine Seele

wie ein Kindertraum.

 

Oh, stört sie nicht,

die Feier der Natur!*

Dies ist mein Tag

voll leichter Heiterkeit.

Doch Herbstwald schenkt

sein breites Lächeln nur

dem, der ihn liebt

und dessen Herz bereit.

 

8.10.2018

 * Textpassagen: Friedrich Hebbel
Foto: Werner, Naturforum

 

 

 

 

   
Mein Lebensweg
 
Sehnsucht, Ziele. Welt bewegen.
Mit aller Kraft ins Zeug mich legen.
 
Träumen, scheitern, nichts erreichen.
Geborgen fühlen, dann erbleichen.
 
Kämpfen, siegen, klarer werden.
Was ist wichtig hier auf Erden?
 
Stiller Frieden, Bäume, Wälder,
 Lebenssinn – bin doch nun älter.
 
Froh genießen. Mich nicht spreizen.
 Sinnvoll helfen und nicht geizen.
 
Leben spüren, mich verbinden.
Zu andren Welten Zugang finden.
 
Abschied üben, Schmerz zulassen.
Viel ertragen und nicht hassen.
 
Alt sein strengt an. Glück fliegt nicht zu.
Ich probe Wege und schnür die Schuh.
 
Stolpern, straucheln, wieder stehen,
und immer weiter vorwärts gehen.
  
 Alle Wege werden enden.
Doch bleibe ich in Gottes Händen.
   
24.10.2016

 

 

 

 

 

Herbstnebel-Tropfen
 
Es tropft und tropft.
Wie Geister wallen
die nassen Nebel
durch meinen Sinn.
Mein Herz still klopft.
Im sanften Fallen
der Blätter tröstet
mich tief´rer Sinn.
 
Die Welt ist schön.
Ich schließ´ die Augen
und träum´ vom Frieden
in dieser Zeit.
Die Sommer geh´n.
Doch ewig taugen
Mut, Kraft und Hoffnung.
Ich bin bereit.
  
18.10.2015
 

 

 

 

 

 

Nun reift das Jahr

Nun reift das Jahr
und schenkt uns frohe Farben.
Doch heimlich gar
droht es uns schon mit Darben.

Die Kälte kriecht
klammheimlich durch die Ritzen.
Ein Reiher fliegt
und spiegelt sich in Pfützen.

Ich setze sacht
die Füße auf die Erde.
Wie Tag und Nacht
gilt auch: Vergeh´ und werde!

Mein Auge schweift
und lächelt in die Stille.
Das Jahr, es reift
und schenkt uns reiche Fülle.

 26.10.14

 

 

 

 

 

Glück
 
Ist auch das Leben manchmal ruppig
und wird die Haut dann dünn und schuppig,
denk dir: Ganz ohne diese Schmerzen
wär´ Ödnis nur in meinem Herzen.
Denn Glück braucht Nöte, die mich plagen
und tiefe Trauer zum Verzagen.
Denn erst wenn Schmerz und Not verblassen,
kann froh mein Herz das Glück zulassen.
Vor Freude fang´ ich an zu schweben  -
Wie reich und glücklich ist mein Leben!
 
19.10.14

 

 

 

 

 

 

Können und mögen
 
Was ich kann, ist Anteil nehmen.
Was ich mag, ist Stille.
Wenn mich fremde Lasten lähmen,
hilft nur Mut und Wille.
 
Doch die Liebe treibt mich an,
trägt mit alle Nöte,
wärmt und nährt und sagt mir dann:
Komm, schluck schon diese Kröte!
 
Was ich mag, sind Vögel, Frösche,
das Getier auf stillen Wiesen,
alte Bäume, grüne Büsche,
Menschen, die ihr Herz aufschließen.
 
Was ich mag, sind Wärme, Güte.
Was ich kann, ist freundlich sein.
Auch der Herbst schenkt manche Blüte,
strahlt noch mit warmem Sonnenschein.
  
5.10.14

 

 

 

 

 

Ewiges Lied

Mein Leben summt.
Es jauchzt nicht mehr.
Kein Schlagzeug, kein Fanfarenklang.
Stattdessen brummt
es sanft und schwer.
Ich stimme ein mit leisem Sang.

Die Zeit vergeht,
verändert still
den Wunsch nach dem, was mir geschieht.
Wenn Sturm auch weht,
aufheulend-schrill,
summt doch in mir mein ew´ges Lied.

 2.10.14

 

 

 

 

Oktobergold

Freundlich wärmt die Sonne gold´ne Bäume.
Nun flieh´n die Geister dieser Nebelnacht.
Goldlicht durchbricht die dunklen Seelenräume,
erhellt den Wald in seiner vollen Pracht.

Oktobergold – Nichts kann mich so erfreuen
wie dieses Strahlen vor der kalten Zeit.
Der Wald schweigt still. Mit einem scheuen
Fächeln verstreut er Gold – und lächelt breit.

19.10.13

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tänzchen im Wald

 

Es raschelt im Wald

wie von kleinen Tritten,

als trappelten Zwerge

durchs fallende Laub.

Ich stutze und staune,

lausche den Schritten,

kann nichts erkennen

und stelle mich taub.

 

Doch raschelt esweiter.

Jetzt tanzen wohl Elfen

zum klackernden Rhythmus

im wehenden Wind?

Ich reib mir die Augen,

kann mir nicht helfen.

Wo nur die trappelnden

Geisterchen sind?

 

Und plötzlich entdeck ich

die hüpfende Meute:

Es fallen die Eicheln

und tanzen beschwingt!

Ich grüße das Völkchen

der winzigen Leute

und lausche dem Herbstlied,

das kichernd verklingt.

 

8.10.13

 

 

 

  

 

 

Oktoberregen

Es tropft von den Kiefern
und Traubenkirschen.
 Watsch! Unter den Füßen
Sandkörner knirschen.
Nass ist der Wald.

Ich gehe und schaue
und atme tief ein
und denke, auch so muss
mein Herbstwetter sein.
Frisch ist der Wald.

Da bricht es durchs Dickicht.
Der Schreck macht benommen.
Doch folgt schon Entwarnung:
Die Pilzsucher kommen.
Reich ist der Wald.

Ich ziehe mein Messer
und äuge umher.
Dann steck ich es weg.
Der Anblick zählt mehr.
Schön ist der Wald.


7.10.13

 

 

 

 

 

 

Oktoberängste

 

Die ersten Blätter fallen
im golden-grünen Wald.
Und tief im Herzen hallen
zwei Worte: „Kalt“ und „alt“.

Wie Angst die Welt verschandelt
und Schmerz das Fürchten lehrt,
Sorge den Blick verwandelt
und Frieden mir verwehrt!

Schau, wie die Blätter fallen
in unbeschwertem Tanz!
Schönheit ist doch in allem
und Frieden - voll und ganz.

 

3.10.13