April


Wilhelm Busch


Wer einsam ist, der hat es gut,

Weil keiner da, der ihm was tut.


Meine Busch-Variante


Wer einsam ist, der sei vergnügt,

Weil keiner da, der ihn belügt.


29.4.2019





Ewiges Lied

 

Die Nachtigall singt.

Erinn´rung wird wach.

Wie damals, so klingt

ihr Lied in mir nach.

 

Es seufzt und es schwillt.

Mein Herz wird so schwer.

Ich sehe dein Bild.

Wie lang ist es her!

 

Die Nachtigall singt.

Bin alt und allein.

Doch tröstend erklingt:

Dies Lied bleibt stets dein.

 

29.4.2019






Niemals allein

 

Still atmet der Wald  -

Wenn wild mein Herz tobt,

nur Mühe in Sicht,

wenn keiner mich lobt,

nichts bleibt von Gewicht,

dann sage ich: Halt!

 

Wo finde ich das,

was Frieden mir bringt,

was still mich erfüllt,

was froh in mir singt

und Sehnsucht mir stillt?

Wo finde ich das?

 

Still tauche ich ein.

Tief atme ich durch.

Der Frieden ist hier.

Bin selbst meine Burg,

komm wieder zu mir.

Bin niemals allein.

 

22.4.2019





Frühling

 

Der Wind weht lau.

Der Frühling hat begonnen.

Ich lausch und schau

und tauche ein versonnen.

 

Es grünt mein Wald.

Vorbei die Lebensschmerzen.

Bin ich auch alt,

so bin ich jung im Herzen.

 

Ich fange an

zu singen und zu springen

und frage: Wann

kann Leben froher klingen?


20.4.2019






Federn lassen

 

Kalt weht der Wind.

Er bläst mir eisig ins Gesicht.

Ein Tränchen rinnt.

Das wisch ich fort, hat kein Gewicht.

 

Mein Leben tobt.

Wer viel riskiert, verliert auch viel.

Doch zwinkernd lobt

mein Schicksal meinen Mut, mein Ziel.

 

Schau, Federn muss

man immer lassen: Spiel dein Spiel!

Denn ganz am Schluss,

gewinnst du doch – und zwar noch viel.

 

Bis dahin: LAUF!

Vertrau dem Leben, dem Gefühl.

Zu steil bergauf?

Nein, kehr nicht um, siehst doch dein Ziel!


14.4.2019






Die Liebe lebt
 
Wenn einsam der Abend sich neigt,
verlassen ein Sternlein sich zeigt
und alles ganz still ist und schweigt,
wenn Abschied ins Dunkel gewebt
und traurig mein Herz zu dir strebt,
strahlt doch noch die Liebe. Sie lebt.
 
30.4.2018

(Im Gedenken an meinen Hund)






Die Liebe bleibt
 
Wenn einsam der Abend sich neigt,
wenn alles so still ist, tief schweigt,
wenn Trauer mich immer noch treibt:
Die Liebe, sie bleibt.
 
29.4.2018

 



Frühlingsglück
 
Es sprießt und grünt und explodiert
und wächst voll Lust und neuer Kraft.
Im Wald kein Baum mehr, der still friert.
Selbst jeder Strauch steht schon im Saft.

Ich lausche still dem Zwitschern, Singen.
Der Chor der Vögel jubiliert.
Von überall tönt dieses Klingen.
Wie herrlich dieser Frühling wird!
 
Liebkosend streichelt mich die Sonne.
Vergessen ist des Winters Schmerz.
Der Frühling füllt die Welt voll Wonne
und jubelt jedem Glück ins Herz


10.4.2018



 

 

 Alte Verbundenheit
 
Im Alter wiegt alte Verbundenheit sehr.
Sie trägt durch das Leben. Läuft manches auch quer,
so trösten Verständnis, mitfühlende Sicht,
ein herzhaftes Lachen. Es ward wieder Licht.
Dank Freundschaft erstrahlt auch mein Alter im Glanz.
Ich freu mich am Leben, rundum, voll und ganz.
 
4.4.2017

 

Voller Dankbarkeit gewidmet meiner Cousine Jutta und Freundin seit 60 Jahren

 

 

 

  

 

Wald, meine Heimat
 
Bäume sind Freunde.
Sie streicheln die Seele.
Alles, womit ich
seit Wochen mich quäle,
löst sich im Frieden
des Waldes sanft auf.
Hier pulst das Leben
im ewigen Lauf.
 
Schönheit und Stille,
im Mai Blütenglanz,
herbstliche Blätter
im stürmischen Tanz,
eisige Kälte
und Frühlingserbeben -
Wald, meine Heimat,
du trägst mich durchs Leben.
 
2.4.2017
 

 

 

 

Eigenlob

Verborgen in des Herzens dunklen Tiefen
erwachte dreist der Drache Eitelkeit.
Er reckt´ sich, streckt´ sich: “Endlich ist es Zeit
für mein gekonntes Donner-Drachenschniefen!”

Ein Röcheln tönt´ und Speichelbäche liefen.
Doch niemand war beeindruckt weit und breit.
“Wie peinlich doch ein solches Selbstlob schreit!”
voll Widerwillen seine Hörer riefen.

Das fand der eitle Drache gar nicht fein.
Voll Scham kroch er ins tiefste Herz zurück.
Wie garstig können doch die Menschen sein!

Doch schließlich sah versöhnt er staunend ein:
Im Herzen hier wohnt Akzeptanz zum Glück.
Hier existier´n in Frieden Sein und Schein.


19.4.14
(Zweiter Sonett-Versuch)

 

 

Des Menschen Sein

Ein Mensch, berauscht von seinen Trieben,
sucht sehnsuchtsvoll nach einem Wesen,
das ihm gewogen, das kein Besen
und das er ewig könnte lieben.

Doch dann hat er ein Buch geschrieben,
darin er schmäht der Liebe Thesen.
So kam´s, dass niemand wollt es lesen.
Der Mensch ist nun allein geblieben.

Er saß verhärmt im Kämmerlein
und herzte seine Miezekatz.
Dann sprach er: "Prost!" zu seinem Wein.

"Das Leben ist an sich recht fein.
Doch feiner wär´s mit einem Schatz!"
Wie schwierig ist des Menschen Sein!


16.4.14

 

(Versuch eines Sonetts)

(Doch für ein Sonett müssten die Zeilen 10 –11 Silben haben. Meine bestehen leider nur aus 8 bis 9.

Also:

Auch wenn´s ganz nett,

ist´s kein Sonett.) 

 

 

 

 

 

 

 

Mai-Ungeheuer

 

Nun nagen sie wieder,

die Ungeheuer.

Es knistert im Wald

und rieselt ganz leis,

als fielen Tröpfchen

aus Wolkenschwaden.

Doch ist es in Wahrheit

nur Maikäfersch+++.

 

Da sind sie, die Brummer,

von Herzen vermisst,

und schmatzen und krabbeln

in Bäumen und Hecken.

Sie grinsen mich an:

Wie reich ist gedeckt!

Ja, kleine Fresser,

lasst es euch schmecken!

 

 

11.4.14  

 

 

Wäre dies mein letzter Tag

 

Wäre dies mein letzter Tag,
möcht diese Fülle ich erleben,
Frühlingsluft und Fliederduft,
frisches Grün – Und auch noch geben.

Wäre dies mein letzter Tag,
möcht atmen ich noch frei und kühn,
Blicke himmelwärts erheben,
wo die Raben heimwärts ziehn.

Wäre dies mein letzter Tag,
spüren möcht ich: Nahm stets wahr
jede Chance, jede Gabe
und jedes mir geschenkte Jahr.

 

8.4.14

 

 

 

Kampf gegen Arroganz?

 

Die Welt ist Kampf – in jedem Leben – ,

auch dort, wo Frieden ist gegeben,

wo ich nach manch bewegtem Jahr

mich freuen kann – trotz Silberhaar.

 

Kampf flammt stets auf, scheint unausweichlich,

droht meiner Freude dreist und reichlich.

Heut kommt er her sehr anspruchsvoll,

cool, arrogant und bildungstoll.

 

Er schaut herab. Ich tu´s nicht minder,

bin doch auch ich ein Schwächenfinder.

Doch halt, hör auf, verurteil nicht!

Denn jeder Mensch hat seine Sicht.

 

So reg dich ab.Schweig souverän.

Lass andre andre Wege gehn!

Du kannst das hohe Ross nicht leiden?

Na fein! Dann werde halt bescheiden!

 

 

7.4.14  

 

 

 

 

 

Die Schlehen blühen
 
Die Schlehen blühen
wie weiße Betten
dick aufgeplustert vor dunklem Wald.
Die Blüten glühen.
Tausende retten
mein dumpfes Gemüt, noch starr, alt und kalt.

Sanft trägt mich ihr Duft
schwer und betörend
auf Schmetterlingsflügeln zur Liebe zurück.
Wie schwül einst die Luft!
Kein Dorn drohte störend.
Düfte und Träume bleiben zum Glück.


3.4.14