Mai

 


Maiengrün

 

Der Frühling singt mir Liebeslieder

von Wärme und von Sonnenglanz.

Das neue Leben atmet wieder,

erfüllt auch meine Seele ganz.

 

Ich schau voll Sehnsucht in die Bäume,

versinke schier im Maiengrün.

Wie schön, im Alter lächeln Träume,

bevor sie gnädig weiter ziehn.

18.5.2019


 

 



Sommer im Mai

 

Der Sommer streichelt meine Seele

und Gräser meine müde Haut.

Ein Hauch von Glück, den ich mir stehle,

ein Hauch, der neue Welten baut.

 

Vergangen trübe Regentage,

die stumme Stille, die fast schmerzt.

Verklungen meine leise Klage.

Ich spür das Leben, das mich herzt.

 

Ein warmer Wind lässt Träume fliegen.

Bin schwebend jeder Zeit entrückt.

Auf weißen Wölkchen möcht ich liegen,

von Licht und Leben tief beglückt.

 

17.5.2019






Sterben im Stehen

 

Einst sterben im Stehen, das würde ich gern.

Nicht jetzt und nicht bald – doch in Zeiten noch fern.

 

Ein Baum, dann uralt und verwurzelt im Sein,

die Krone im Himmel, will endlich ich heim.

 

Ich atme tief ein - mein Auge, es bricht –

und flieg´ wie ein Vogel voll Freude ins Licht.

 

5.5.2019



Altern im Mai
 
Hab´ Blei in den Knochen,
Die Hüfte schmerzt stur.
Doch sind diese Wochen
Glückseligkeit pur.
 
Zwar altert man mühsam.
Man spürt dies und das.
Doch bin ich nicht fußlahm,
bin noch voller Spaß.
 
Ich freu´ mich am Frischen,
genieße dies Grün.
Mai-Tränen verwischen -
und ich kann neu blüh´n.
 
29.4.2018


 

 

 

 

Maienlied
 
Noch singen sie, die sanften Nachtigallen.
Noch zieht ihr Lied voll Sehnsucht durch das Tal.
Erinnerungen in mir widerhallen.
Mein Herz, es klopft und klagt: Es war einmal.
 
Doch träumt der Frühling seine Blütenträume
und Leben sprießt mit frischer Macht.
Ich fühle mich als Blättchen grüner Bäume,
bin ich doch eins mit all der Frühlingspracht.
 
Süß singen sie, die sanften Nachtigallen.
Wie zieht ihr Lied voll Sehnsucht durch das Tal!
Wenn auch im Herbst die Blätter wieder fallen,
jetzt grünt der Mai - reich wie beim ersten Mal.
 
 3.5.16

 

 

 

 

 

Zärtlich
 
Zärtlich –
was für ein Wort!
In Kinderjahren
ein sicherer Hort.
Im mittleren Leben
voll Lust, Du und Glück.
Nun schau ich im Alter
versonnen zurück.
 
Zärtlich -
So fächeln die Blätter
im maigrünen Wald,
tröstet ein Wort,
wenn Angst in mir hallt.
Es will jemand wissen:
“Kommst du auch klar?”
Muss nichts vermissen,
was stützend einst war.
 
Denn zärtlich summt leise
das Lied dieser Welt.
Ich kenne die Weise,
die mutig erhält.
Sie summt oder schallt
durch Mark und Gebein.
Und bin ich auch alt,
Das Leben ist mein!
 
28.5.15

 

 

 

 

 

 

Schmerz

 

Mein Schmerz ist groß.

Die Not scheint schier unendlich.

Mein Herz liegt bloß.

Kein Trost ist mir verständlich.

 

Mein Rücken krumm -

Die Hoffnung ist geschwunden.

Ich grüb´le stumm

in tiefem Schmerz gebunden.

 

Nun spricht mein Kopf:

Der Schmerz macht dich noch stumpf.

Pack dich beim Schopf

und zieh dich aus dem Sumpf!

 

Mein Schmerz ist groß.

Doch Not ist nie unendlich.

Ich leide bloß.

Doch auch dies Leid ist endlich.

   

20.5.15

  

 

 

 

 

Mai-Vertrauen
 
Durch Eichen streichen laue Lüfte.
Und meine Träume frisch und frei
zieh´n sehnsuchtsvoll wie Fliederdüfte
durch diesen grünen, jungen Mai.
 
Vor Singen klingen Wipfel wider.
Auch meine Seele jubelt laut.
Die ganze Welt singt Freudenlieder.
Wie gern mein Herz dem Mai vertraut!
 
16.5.2015
 

 

 

 

 

Maiglück
 
Der Wald grünt und singt.
Und Ginster blühen.
Mein Herz hüpft und klingt,
muss Freude sprühen.
 
Wie ist die Welt schön,
so frisch und so neu!
Mein Glück mag vergeh´n.
Doch Maiglück bleibt treu.
  
12.5.15

 

 

 

 

 

Drohende Abschiede
 
Ich bin wie gelähmt,
Die Abschiede drohen.
Mein Glück stöhnt verschämt:
Gedenke der frohen,
einst lächelnden Zeiten.
Denn wenn deine Lieben
dir bald auch entgleiten,
so traue dem Leben
und dem, der es hält.
Du wirst zwar erbeben.
Doch bleibt dir die Welt.
Sie hofft auf dein Gutes,
dein gebendes Du.
Sei stets guten Mutes.
Die Kraft wächst dir zu.
 
Anfang Mai 2015

 

 

 

 

 

Für Papa
 
Lieber Papa, lass dich drücken,
denn du bist mir lieb und wert,
schütztest mich mit breitem Rücken,
nährtest mich an deinem Herd.
 
Wenn mir das Leben brachte Schmerzen,
warst du immer für mich da.
Ich liebe dich aus vollem Herzen,
mehr und mehr ein jedes Jahr!
 
Mag mein Tun für dich auch schwanken,
mein Herz ist immer nah bei dir.
Ich möchte dir unendlich danken,
dir Freude wünschen – auch an mir!
 

1.5.15

 

  

 

Schmerz

 

Still ist es.

Still schweigt der Wald.

Doch tief in mir frisst es,

nagt, beißt und krallt.

 

Beißt wie ein Tier

ins rohe Gedärm,

zerreißt mich noch schier.

Stille wie Lärm.

 

Schmerz, lass mich.

Lass mich doch frei!

Verzeihen erfüll ich.

Frieden im Mai.

 

 

6.5.14

 

 

  

 

Maienträume

im Alter

 

Ich möchte versinken

in all diesem Grün,

im Sonnenlicht blinken

durch Blätter verglühn.

 

Ich möchte ganzTeil

dieses Maienwalds sein,

jung, hoffend und heil

und sinken hinein.

 

Hinein in das Leben,

das stets neu erschafft,

verflochten im Weben

der ewigen Kraft.

 

Ich stehe und träume,

den Tränen schon nah.

Doch Träume sind Schäume.

Mein Hüftschmerz ist da.  

 

5.5.14

 

 

 

 

Tropfen klopfen

 

Tropfen klopfen.

Sie rinnen von den Bäumen.

Auf Riesenpfützen

dicke Blasen schäumen.

 

Tropfen klopfen.

Sie rinnen von der Mütze

den Hals hinab

bis an die Fingerspitze.

Sie dringen kalt

durch jede Kleiderritze.

Und selbst im Schuh

steht eine nasse Pfütze.

 

Tropfen klopfen.

Im Wald atmet das Leben.

Ich atme mit.

Regen ist Segen hegen.

 

 

22.5.13

 

 

 

 

Mein Tag im Mai

 

Dies ist mein Tag,

wenn alle Blätter sprießen

und Maienduft den frischen Wald erfüllt,

wenn alte Tränen endlich nicht mehr fließen

und Freude meinen Hunger stillt.

 

Dies ist mein Tag,

wenn ich in meinem Herzen

die Welt umarme wie ein kleines Kind,

wenn ich vergesse meine Altersschmerzen

und sanfte Luft die Angst

verweht im Wind.

 

Dies ist mein Tag,

wenn goldne Sonnenstahlen

die Erde unter grünen Zweigen wärmt,

wenn Vögel Noten in die Bläue malen,

mein Maienwald vor Glück und Freude lärmt.

 

15.5.2013

 

 

 

 

 

Und doch
 
Wenn auch des Lebens Farben
schon verblassen
und Widrigkeiten
mich verstummen lassen,
trage ich doch
durch alle Lebensschmerzen
die junge Frau von einst
in meinem Herzen.
 
12.5.13
(1.Version)

 
 
 
Und doch
 
Wenn Jugendträume
auch verblassen
und müde mich
dem Alter überlassen,
trage ich doch
durch alle Lebensschmerzen
die junge Frau von einst
in meinem Herzen.
 
14.5.13
(2. Version)

 
 
 
Und doch
 
Wenn Jugendträume
auch verblassen
und müde mich
dem Alter überlassen,
wage ich doch
auf allen meinen Wegen,
mein Herz getrost
in Gottes Hand zu legen.
 
14.5.13
(3. Version)