Juni

 

 


Sommerträume

 

Sommerträume

lächeln grün.

Zärtlich streicheln sie die Bäume

und lassen meine Seele blühn.

 

Träume: Schäume,

die verglühn?

Auch wenn ich nur vergeblich träume,

ich werd mich bis zuletzt bemühn.

 

Sommerträume

wollen blühn.

Mit Sehnsucht füllen sie die Räume,

ermuntern mich und lächeln kühn.


15.6.2019





Ich danke

 

Ich danke für mein Leben in Gesundheit,

für Menschen, die mich tragen durch die Welt,

für all die Freude, die in ihrer Buntheit

mich täglich neu erfüllt und munter hält.

 

Ich danke für den Wald mit seinen Bäumen,

für Pflanzen, Tiere, Menschen mit viel Herz,

für jede Hoffnung und für meine Träume

und jeden endlich überwund´nen Schmerz.

 

Ich danke für die Wunder dieses Lebens,

für alle, die voll Güte vor mir war´n,

für jedes Glück des Nehmens und des Gebens

und dafür, dass ich Liebe darf erfahr´n.


10.6.2019





Warme Junitage

 

Wie schön sind diese warmen Junitage

mit Vogelsang und zartem Blumenduft!

Wenn alles grünt und blüht, ist meine einz´ge Frage,

wohin der Wald mich denn wohl heute ruft.

 

Auf grüne Hügel, die beschwerlich zu besteigen,

mit weitem Blick auf Felsen, Wald und Seen?

In stille Winkel, wo die Bäume schweigen

und Winde zärtlich säuseln statt zu wehn?

 

Mein Leben strotzt vor Fülle und vor Freude.

Bin ich auch alt und bleibe ich allein,

so nutz ich doch den Tag, denn heut ist heute.

Kann denn ein Tag im Juni schöner sein?

 

 

10.6.2019


 



Junitage

 

Dies ist die Zeit,

wenn sanfte Morgenröte

die alte Welt mit neuem Licht erfüllt,

wenn warmer Wind behutsam meine Nöte

zum Kopf rausbläst und leise Sehnsucht stillt.

 

Dies ist die Zeit

der warmen Junitage,

wenn alles Grün tief atmet und gedeiht,

wenn Hoffnung schwillt und schweigend eine Frage

der Lösung harrt und reift als Frucht der Zeit.

 

Dies ist die Zeit,

wenn alte Wunden heilen,

Vertrauen letztlich größer ist als Stolz,

wenn Herz und Kopf nicht nur im Wald verweilen,

wenn wir geschnitzt sind aus ganz neuem Holz.

 

5.6.2019



 


Lebensmühen

 

Mich anpassen wollen

ein Leben lang.

Viel Mühe mir geben.

Stets Achtung ihm zollen.

Sein Leben mitleben.

Wie wurde mir bang!

 

Es war selbstverständlich:

Männliches Recht.

Als Frau sei bescheiden.

Doch endlich ist´s endlich.

Mag´s nun nicht mehr leiden.

Sich opfern ist schlecht.

 

Nun singen die Vögel

voll Lust und voll Mut.

Wie hübsch wächst der Farn!

Es steigt mein Glückspegel:

Kann Schönes erfahr´n.

Wie gut Grünes tut!

 

3.6.2019




 

 

Heilsame Stille

 

Stille ist hörbar,

wenn Herzen, die offen,

im eigenen Klopfen

den Lebenstakt hörn.

Stille ist hörbar,

wenn herrliche Blüten

mit Schönheit und Anmut

die Seele betörn.

 

Stille ist hörbar,

wenn Bäume leis rauschen

und endlich die Seele

zu baumeln anfängt,

wenn heiterer Frieden

im Herz sich ausbreitet

und jeden Gedanken

zum Guten hin lenkt.

 

30.6.2018

 

 

 

 

Sommerwonne

 

Der Sommer platzt

aus allen grünen Nähten.

Zeit, das zu tun,

was wir gern immer täten:

 

Wir sinken ein

in endlos grüne Weiten

im Sonnenschein,

genießen Urlaubszeiten.

 

Die Wiese blüht.

Ein Heupferd hüpft in Sprüngen

durchs Blumenmeer.

Wie froh die Vögel singen.

 

Der Wald steht prall

und strotzt vor lauter Leben.

Ich atme tief.

Was kann es Schönres geben?

 

Ich räkle mich

im Glück der Sommersonne,

versinke tief

in lauter Lust und Wonne.

 

 26.6.2018

 




Glücklicher Sommer
 
Ich kann es nicht fassen,
was für ein Jahr!
Ein glücklicher Sommer,
wie keiner noch war.
 
Wärme umfängt mich
im sattgrünen Wald.
Und Freundschaft und Güte
geben mir Halt.
 
Die Sorgen des Lebens
drücken nicht mehr.
Was vorher so schwer war,
ist lang genug her.
 
Nun bin ich so alt
und fasse es nicht:
Mein jetziges Leben
strahlt plötzlich vor Licht.
 
Ich nutze den Tag
in Freiheit und Freude.
Wie schön ist mein Alter -
und heute ist heute.
 
5.6.2018


Dieses Gedicht widme ich voller Glück im Herzen meinem besten Freund.





Geburtstag
 
Geburtstag heißt: Leben und Dankbar-Sein,
Mich-Freuen an Waldgrün und Sonnenschein,
an Frieden im Herzen, Geborgenheit,
und, Freunde, dass treu ihr noch bei mir seid.
Geburtstag heißt Altern und Viel-mehr-Verstehen,
im Herzen zu wachsen und vorwärts zu gehen,
das Leben zu leben, zu akzeptieren,
verstehen, was schadet, warum wir so gieren,
erkennen den Beitrag, den wir erbringen,
und dankbar von Schönheit und Frieden singen.
Geburtstag heißt Rückschau und Nachdenklich-Sein:
Worin liegt Substanz, worin bloßer Schein?
Ich wünsch´ mir Gesundheit und sanftes Geschick
und Frieden im Herzen. Für mich ist das Glück.
 
25.6.17 bis 6.7.2017






Sommermorgen
 
Wie schön ist dieser Sommermorgen.
Die Luft vibriert vor Vogelsang.
Ein Tag, um endlich alle Sorgen
sanft loszulassen. Warum bang?
 
Die Welt geht weiter, unverdrossen.
Nichts bleibt, wie es mir gerade passt.
Doch Tränen, die ich still vergossen,
versickern nun samt ihrer Last.
 
Ein Sommer kommt. Ein Sommer geht.
Auch Jahre sind nur eine Frist.
Doch Frieden mir durchs Herze weht.
Ich sage ja zu dem, was ist.
 
Wie schön ist dieser Sommermorgen
voll Vogelsang und neuem Mut.
Im Sommerwald bin ich geborgen.
Hier grünt mein Leben, frisch und gut.
 
4.6.2017


Am 3.6.17 hat sich mein Lebensgefährte nach 24 gemeinsamen Jahren von mir getrennt. Er hat in seinem Altersheim eine neue Partnerin gefunden.



 

 

 

Die Gerste reift
 
Die Gerste reift
und wieder reift das Jahr.
Ich stehe starr -
erschreckt, was gestern war.
 
Das Alter greift
mit nimmermüden Händen
nach Leib und Geist.
Kein Schicksal kann es wenden.
 
Und doch: Was bleibt,
ist die stets frische Freude
am kleinen Glück,
dem großen Glück von heute.
  
12.6.2016

 

(Am 8.6.16 hatte mein Freund eine Art Schlaganfall.)

 

 

 

 

 

 

 Lichtflecken tanzen

Schau, Lichtflecken tanzen
und lächeln mir zu.
Wie Waldfrieden tröstet!
Nun komm ich zur Ruh.

Sanft rauschen die Wipfel
im Morgenwindhauch.
Ich atme die Frische,
die Lebenskraft auch.

Ihr Wälder, ihr Brüder,
ihr kämpft, wie ihr lebt:
geduldig verharrend -
im Himmel verwebt.

Ich liebe die Bäume
im Hochsommerkleid,
ihr atmendes Leben,
das wächst und gedeiht.

Ich liebe das Licht,
das alles durchdringt,
das ewige Lied,
das auch in mir singt.


 Ursprünglich: 28.6.15
Geändert: 30.6.15

 

 

 

 

 

 

Viel Gesicht
 
Viel Gesicht und wenig Haar -
Bin nicht die Frau, die ich einst war.
 
Lang und seidig, sinnlich, weich
war jung mein Haar - heut´ grau und bleich.
Wie die Frisur ist nun mein Sinn,
gefestigt, klar. Bin, die ich bin.
Leben heißt nun, mehr versteh´n,
voll Dankbarkeit das Schöne seh´n.
Leben heißt, Versteh´n genießen,
mit Frühlingstagen wieder sprießen,
sommertags mich auszudehnen,
mich im Herbst als Frucht zu wähnen.
Dann im Winter, kühl und klar
betrachte ich das Glück, das war.
Zwar erschreckt mich Abschiedsschmerz.
Doch tiefer Frieden füllt mein Herz.
 
Viel Versteh´n und wenig Haar -
Bin auch die Frau, die ich einst war.
  
12.6.15

 

 

 

 

 

Manchmal
 
Manchmal
nickt wissend
mein Schicksal mir zu:
Sorge
für dich, für
die Welt und dein Du!
 
Manchmal,
da träumt es
ein Märchen und streut
Taler
aus Sternen
hinein in mein Kleid.
 
Manchmal
summt stur es
des Lebens Weise,
mal hell,
mal dunkel,
mal laut oder leise.
 
Manchmal
tönt schrill es
durch Mark und Gebein:
Lebe
dein Leben!
Und nicht nur zum Schein!
 
Manchmal
mein Schicksal
heißt Angst, manchmal Mut.
Es quält
und es trägt.
Doch alles ist gut. 
 
2.6.15
 

 

 

 

 

Himmelskinder
 
Die Sonne glitzert durch die Zweige,
liebkost mein träumendes Gesicht.
Der Wald schweigt still und ich ersteige
den Hügel fern im Sonnenlicht.
 
Ich weiß nicht, was mich treibt zu steigen,
mich so zu plagen ohne Zwang.
Was such ich hier im tiefen Schweigen
der alten Bäume steil am Hang?
 
Mein Atem keucht. Ich bleibe stehen
und lehne mich an einen Baum.
Ich kann die Ferne doch nicht sehen
und Weitblick bleibt wie stets ein Traum.
 
Da spricht der Baum in meinem Rücken:
“Schau, kleine Schwester, suchst du nicht
genau wie ich Sinn und Entzücken,
im ewig sanften, hellen Licht?”
 
Ich streichle seine alte Rinde
und schau hinauf ins dunkle Laub.
Ja, beide sind wir Himmelskinder,
gezeugt aus Licht und Sternenstaub.
 
 
25.6.14

 

 

 

Carpe diem

Die Welt ist voller Sorgen, Leid,
voll Ärger und Befangenheit,
voll Hinterlist und Tücken,
voll angesägter Brücken.

Die Welt ist schwarz und ist auch weiß.
Sie ist eiskalt und sommerheiß.
Sie bringt Verderben, duldet Mord,
und doch gewährt sie Schutz und Hort.

Die Welt ist schön. Sie bietet Stille,
der bunten Wälder Herbst-Idylle.
Sie gibt uns Liebe, Schönheit, Freude
und mahnt: Erschaffe dir dein Heute!

Carpe diem.
Nutze den Tag.


19.6.14

 

 

Kostbarkeit des Augenblicks

 

Verweile doch, du Augenblick!

Du bist so schön!

Mein Wunsch heißt Frieden, Freude, Glück

und heiteres Verstehn.

 

Doch tickt die Zeit.

Sie flüstert still,

was Kostbarkeit

mich lehren will.

 

Genieße jede Stunde dein.

Sie bringt Gewinn.

Du suchst nach Freude, leichtem Sein?

Auch Schmerz macht Sinn.

 

Es tickt dieZeit

ermahnt mich still,

dass ich auch Leid

erfahren will.

 

Nun weile ich im Augenblick -

im Sein vernetzt.

Und kommt ein Glück auch nicht zurück,

ich lebe jetzt!

 

13.6.14

 

 

 

Antrieb
 
Wir kämpfen um dies,
wir kämpfen um das,
gestalten die Welt
nach unserem Bild.
Dann sind wir erschöpft,
ohn´ Freude und Spaß,
und unsere Sehnsucht
bleibt ungestillt.
 
Ich kämpfe um dies,
ich kämpfe um das
und frage mich, was
treibt mich wirklich an?
Ein Ideal wie
Nur-Frieden-statt-Hass?
Das nicht allein.
Doch was treibt mich dann?
 
Ich schau meiner Seele
ganz tief in die Augen.
Da starrt sie, die Angst,
die alles bewegt.
Die Angst vor dem Ende.
Sie wird mich aussaugen!
Ich schiebe sie fort.
Ad acta gelegt.
 
Doch unsere Angst,
sie bleibt stur bestehen.
Denn unsere Kämpfe
besiegen nicht sie.
Mag ein Motiv
auch kommen und gehen,
den Frieden der Welt
erkämpfen wir nie.
  
6.6.14
 

 

 

 

 

 

Abendfrieden
 
Die Sonne neigt
ihr Haupt zum Abendfrieden.
Versinkend zeigt
sie mir: Genug gekämpft!
Mein Herz, es schweigt,
von Freud und Leid gemieden,
und Frieden steigt
in Traumes Welt. Gedämpft.
 
3.6.14
 

 

 

 

  

Leben

 

Schmerzen und Freude,

alles ist Leben.

Mit offenem Herzen

spür ich das Weben.

Die Welt zu erfahren,

ist mein Bestreben.

Mag mir das Schicksal

die Fülle geben.

Denn Leben ist Leben ist Leben...

 

16.6.13
 

 

 

 

  

 

Hitze

 

Brütende Hitze

trotz Schatten im Wald.

Schweigende Lüfte.

Mein Herzschlag hallt.

 

Ich gehe - mehr stehe -

und lausche dem Klang

verstummender Stimmen.

Kaum Vogelgesang.

 

Der Weg in der Sonne

flirrt gnadenlos heiß.

Dort tanzen die Geister

aus Feuer und Schweiß.

 

Sie drehn sich und drohen

und täuschen dabei.

Geburten aus Hitze,

flirrend und frei.

 

Ich schau in den Himmel

und suche nach Grau,

nach dräuenden Wolken

im endlosen Blau.

 

Jetzt kräftiger Regen,

für alle genug!

Auch für die Geister.

Verschwunden, der Spuk!

 

18.6.13

 

 

 

 

Ritter
 

Ein starker Ritter war mein Held.
Nun ist er tief gefallen.
Doch ist sein Panzer nicht zerschellt.
Er zeigt es noch mal allen. 
 

 

 

Er strengt sich an und zappelt... zappelt...
So reich´ ich helfend ihm die Hand.
Schon hat er sich stolz aufgerappelt,
erhebt sich übers schnöde Land.

 

 

Mein Ritter ist mein starker Held.
Er wird den Kampf noch einmal wagen.
Er ist der Sieger dieser Welt
und lehrt mich, niemals zu verzagen.

 

 

12.6.13