Juli



Schwüle
 
Es glüht der Wald
und brütet in der Schwüle.
Mein Herzschlag hallt.
Ich sehne mich nach Kühle.
 
Ganz heiß gelaufen
sind mir Kopf und Seele.
Bin ich verdorrt
wie meine trockne Kehle?
 
Wo komm ich her?
Und was sind meine Ziele?
Was suche ich?
Der Fragen gibt es viele.
 
Ein Lüftchen weht,
dazu ein Hauch von Wahrheit.
Gemach, gemach,
die Zeit allein bringt Klarheit.
 
25.7.2018






Kratzer im Lack
 
Das Alter kratzt
ganz schön am Lack
und mancher stöhnt:
Ich alter Sack!
 
Doch unsre Seele
hat noch Flügel.
Sie findet Glück
bei Wald und Hügel
und ist noch die,
die sie einst war.
Sie liebt das Leben,
sagt noch ja.
 
Ich schaue dankbar
weit zurück
und sehe klar:
Jetzt ist mein Glück.
 
24.7.2018





Glück
 
Es gibt ein Glück,
da hüpft das Herz.
Es hüpft haushoch,
ganz ohne Schmerz.
Es kennt nur Freude
tief in sich.
Die Welt ist schön,
das Leben licht.
Oh, Augenblick,
wie bist du schön!
Du solltest nie
vorübergehn.
 
23.7.2018


 



Wie kann das sein?
 
Da ist die Stille,
  dieser Friede, der beglückt.
Und doch ist da auch noch der Wille
nach deinem Anruf. Bin ver-rückt.
 
Dass so viel Gleichklang
plötzlich da ist,
Gespräche ständig endlos sind,
dass ich ganz bang
mich frag´, ob´s wahr ist,
wann wohl dies Glück verweht im Wind.
 
Mein Alter schützt mich
vor Verliebtsein.
Doch springt mein Herz tief innen an.
Es tanzt und sieht dich
als den Menschen, der mir vertrauter Freund sein kann.
 
20.7.2018





Wieder bei mir


Wieder gelandet,

wieder bei mir.

Mein Herz war gestrandet.

Es ist wieder hier.


Es gibt nicht die Nähe,

nach der ich gegiert.

Denn das, was ich säe,

nur Kopf-Saat gebiert.


Die Mühen des Geistes

sind trotzdem Gold wert.

Doch in mir zerreißt es

den Gleichklang, der nährt.


Für mich gilt als Wahrheit:

Das Herz nur sieht klar.

Rein sachliche Klarheit

ist gut. Doch auch wahr?


16.7.2018



 

Trost

 

Sanft tauche ich ein

in des Waldes Stille.

Ich lausche den Bäumen,

erspüre die Fülle,

begrüße die Blaubeern

am Wegesrand

und knüpfe zum Urgrund

des Lebens ein Band.

 

Menschen sind unruhig.

Sie sind stets aktiv.

Sie suchen und ordnen.

Doch läuft etwas schief.

Sie reden von sich

und was sie antreibt,

vergessen dabei,

wo der andere bleibt.

 

Ich fühle mich leer,

bin wie ausgepumpt.

Will ich zu viel?

Bin plötzlich verstummt.

Nun atme ich tief.

Das Herz in mir tost.

Doch dann schlägt es ruhig.

Der Wald ist mein Trost.

 

8.7.2018

 

 

 

 

Fast schon Freunde

 

Zwei Menschen, die sich länger kennen,

berühren mit der Seele sich.

Sie könnten sich schon Freunde nennen.

Das Leben ist so hell und licht.

 

Sie warten täglich auf die Nähe,

die sie per Telefon beglückt.

Es ist, als ob man sich auch sähe,

so nahe sind die Zwei gerückt.

 

Doch schmerzt in einem Herz ein Stich:

Der andre redet nur von sich.

  

6.7.2018

 

 


 

Kopf hoch

 

Packt dich des Lebens Faust am Kragen

und beutelt dich aus purem Frust,

kannst du mit Mut ein Neues wagen.

Verliere nie die Lebenslust.

 

Sommertage sind oft hitzig.

Nicht jeder ist auf Frieden aus.

Trag´s mit Humor. Sieh es doch witzig.

Schmeiß Ärger aus der Seele raus.

 

Achte lieber auf dein Gutes.

Die Welt hat immer Freud und Leid.

Kopf hoch – und bleibe guten Mutes.

Dein Blick ist klar und trägt dich weit.

  

1.7.2018

 

 



Trost
 
Ich brauche Trost so manches Mal.
Mal pieksen winzig kleine Sorgen.
Mal plagt ein Schmerz, der längst schon schal,
doch Ängste schürt vorm nächsten Morgen.
 
Ich brauche Trost, wenn Stürme brausen,
das Leben schier zusammenbricht,
  versteckt im Schafspelz Wölfe hausen,
ein Herz doch nur auf Geld erpicht.
 
Ich brauche Trost, wenn Abschied droht,
Gefühle bald alleine bleiben,
wenn ich nicht lindern kann die Not,
und Worte leere Zeilen schreiben.
 
Ich brauche Trost, weil ich gefangen
in meiner eig´nen Weltsicht bin.
Versteh´ nur langsam, dass viel Bangen
nur Ängste bringt, doch nie Gewinn.
 
Ich finde Trost für meine Nöte
in jedem dunklen Stundenschlag.
Denn nach der Nacht bringt Morgenröte
das Licht für einen neuen Tag.
 
Ich fühle Trost in vielen Dingen,
die voller zartem Zauber sind,
die mir ein Lied von Freude singen,
mich kosen wie der Sommerwind.
 
18.7.2017



 

 

Das Jahr fährt fort

in seinem stillen Ringen.

Es bräunt das Blatt.

Auch Vögel kaum noch singen.

Das frische Grün

des Anfangs weicht dem Alten.

Der Sommer reift

und legt die Stirn in Falten.

Ich reife auch

und spüre stille Wehmut.

Nun zählt die Frucht,

voll Fülle, süß und gut.

  

25.7.2016

 

 

 

 

 

Zeiten

 

Zeiten gibt´s,

die sind wie ein Korsett.

Es bleibt kein Raum.

Nichts macht die Zwänge wett.

Man funktioniert

und fragt nicht: Halt ich´s aus?

Die Zeit gebiert

statt Träume eine Laus.

Die krallt sich fest

und saugt dein letztes Blut.

Dann rinnt die Zeit

und zeigt: Auch das war gut.

 

20.7.16   

 

 

 

 

Spiegel mit Falten

Mein Spiegel, der hat Falten.
Er taugt nichts mehr.
Gehör nun zu den Alten -
Das Glas halb leer.

Doch wenn ich´s recht bedenke,
ist es halb voll.
Find ich doch die Geschenke
des Alters toll.

Mich freut mein freies Leben
in Wald und Flur.
Kann viel versteh´n und geben,
auch Liebe pur.

Mein Spiegel, der hat Falten.
Doch strahlt sein Glanz.
Bin glücklich bei den Alten -
bin heil und ganz.


 11.7.15

 

 

 

Streiten – immer wieder neu
 
Die Welt ist schlecht und hinterhältig
und bietet Anlass für viel Streit.
Nur wer geschmäht als arg einfältig,
nimmt Streit halt hin als Menschenleid.
Er kann ihn manchmal gut verstehen -
und wird ihm aus dem Wege gehen.
 
Die Welt ist schlecht und hinterhältig
und jeder hat sein rotes Tuch
und kämpft dabei mit Tricks vielfältig
für Besserung. “Versuch macht kluch.”
Doch frag ich mich, was nährt den Streit?
Ich bin der Beste weit und breit?
 
Die Welt ist schlecht und hinterhältig.
Doch treibt sie vorwärts ein Motor.
Denn weil sie ächzt und kreischt vielfältig,
dringt stetig neuer Klang ans Ohr.
So scheint das Streiten wohl vonnöten,
doch eines nicht: Mit Worten töten!
 
 
22.7.14

 

 

 

Tränenmeer
 
Ich sinke tief in Schmerz und Pein.
Verzweifelt reck ich meinen Hals.
Doch steigt die Flut, dringt in mich ein,
ein Tränenmeer aus Schmerz und Salz.
 
Ich bin nicht mehr, agiere nur.
Mechanisch lebe ich den Tag.
Dann sinkt die Flut und Lebensuhr
läuft noch. Doch schweigt ihr Stundenschlag.
 
Die Welt ist alt und ist auch neu,
nicht mehr vertraut, wie sie einst war.
Doch trägt sie mich. So schreit ich scheu
in diesen Tag, so neu und klar.

17.7.14

 

 

 

 

Zaubernacht

 

Im Zauber einer stillen Nacht -
Die Träume fliegen.
Blütenpracht -

Mein Herz erklimmt den dunklen Berg,
folgt Silbermond
und Schattenzwerg.

Äugt dort ein Wesen zwergenklein
mit sanftem Blick
im Mondenschein?

Ich flüstre leis: “Komm, zeig dich nur!”
Schon flieht das Reh
in dunkle Flur.


Doch bleibt der Zauber dieser Nacht
voll Mondenschein
und Blütenpracht.

16.7.14

 

 

 

 

  

Die Zeit ist ein Schwert.

 

Die Zeit ist ein Schwert.

Sie macht scharfe Schnitte.

Nichts ist, was währt.

Sie hört keine Bitte.

 

Sie fordert uns ganz

und formt uns stets neu.

Sie gibt neue Chance,

schenkt Gras erst, dann Heu.

 

Die Zeit ist kein Feind,

nur stetes Beginnen.

Wenn Angst in mir weint,

seufzt sie tief drinnen.

 

Die Zeit weilt und geht,

nimmt Freude und Leid.

Alles verweht.

Bis zur neuen Zeit.

  

29.7.13 

 

 

 

 

 

Sommerwald
 
Sanft summt der Wald.
Noch kühlt die Morgenfrische
den sommerheißen Tag.
Ein Spechtruf hallt.
Insekten geh´n zu Tische.
Mein Herz pocht ruhig und stark.
 
Der Sommer kreißt,
gebiert des Lebens Fülle
und fordert seinen Preis.
Der Wald verschleißt.
Schon löchrig ist die Hülle,
zernagt von nimmermüdem Fleiß.
 
Doch wächst mein Mut.
Wie vielfach ist das Leben!
Tür zu – Tür auf: Ein neues Spiel.
Alles ist gut.
Ich spür´ das ew´ge Weben.
Der Tag ist neu und bietet mir noch viel!
 
21.7.13

 

 

 

 

Grüne Freunde
 
Ihr grünen Freunde,
ihr lächelt mir zu,
muntert mich auf,
schenkt innere Ruh.
 
Seid mir ein Gleichnis
für Leben und Tod,
für Glück und Gedeihen
und Zeiten der Not.
 
Ihr Grünen lebt jetzt,
ergreift jetzt die Chance,
entfaltet die Fülle
und bleibt in Balance.
 
Was raunt ihr mir zu?
“Hör auf, dich zu müh´n!
Auch du bist nur Pflänzchen
im ewigen Grün!”
  
16.7.13
 

 

 

Leben

 

Was bedeutet leben?

Nach Glück und Freude streben.

In Leidenschaft erbeben.

An Illusionen kleben.

Doch auch den Blick erheben.

Den andern miterleben.

Und vollen Herzens geben.

   

7.7.13