Meine neuen Gedichte



Wundervoller Tag

 

Dies ist mein Tag,

wenn Sommerwiesen blühen

und warmer Wind mein graues Haar liebkost,

wenn Hoffnungsfunken Laub mit Licht durchsprühen

und Ängste schweigen, die bisher getost.

 

Dies ist mein Tag,

wenn ich in Gottes Händen

den Frieden spüre, der mich ewig trägt,

wenn Mut und Zuversicht nicht plötzlich enden,

auch wenn ich weiß, dass mir so früh die Stunde schlägt.

 

Dies ist mein Tag,

wenn still die Wälder lächeln

und diese Welt vor Sommerfreuden strahlt,

wenn Hoffnungen wie warme Winde fächeln

und Dankbarkeit ein Bild voll Wunder malt.

 

23.7.2021





Angst und Hoffnung

 

Leise weint der Abschiedsschmerz,

und die Angst jault klagend laut.

Du liebes, armes Menschenherz,

bist noch geschockt. Dir graut und graut.

 

Doch gehe in dich, tief hinein,

in deinen innren Seelenkern.

Da spürst du: Ja, es muss so sein.

Auch in der Nacht blinkt noch ein Stern.

 

Wenn auch Verzweiflung drohend spricht,

vertraue dem Getragensein!

Blick statt ins Dunkel dort ins Licht.

Auch Zuversicht beginnt stets klein.

 

Die Hoffnung flüstert: Wirst nicht leiden!

Der Riesenschmerz, vor dem dir graut,

lässt medizinisch sich vermeiden.

Vertrau dem Licht, das Brücken baut!

 

22.7.2021

 





Schicksalsfaden

 

Es webt und webt der Schicksalsfaden.

Die Zukunft schmilzt und ändert sich.

Ich habe Angst um meine Saaten,

vor diesem letzten schwarzen Strich.

 

Doch leise heilt in mir das Grauen.

Die Perspektiven ändern sich.

Ich kann auf Gottes Hände bauen,

halt mein Gesicht ins Sonnenlicht.

 

19.7.2021






Ganz leise

 

Ganz leises Gezwitscher

und mildfeuchte Luft.

Mich drückt der Gedanke:

Die Ewigkeit ruft.

 

Bin dennoch getragen

durch Raum und durch Zeit.

Nur jetzt nicht verzagen:

Es quält mich kein Leid.

 

Ganz leises Gezwitscher -

ein Vogel still singt.

Ich schlürfe das Leben:

Die Ewigkeit winkt.

 

17.7.2021






Still schwebendes Glück

 

Still ziehen die Stunden.

Ich sitze und sinne,

betrachte mein Leben,

was ist und was war.

Gedanken umrunden

Verlust und Gewinne

in all meinem Streben.

Erkenntnis quillt klar.

 

Was zählt, ist die Nachsicht

mit andern und mir.

Wir lieben verschieden –

und selbstlos halt selten.

Doch auch wenn mein Herz bricht,

so bin ich jetzt hier

und mach meinen Frieden:

Ich lasse es gelten.

 

Ich sitze und sinne

und spüre die Freude,

die Größe der Welt,

die auch in mir lebt,

den Frieden tief innen,

das Hier und das Heute,

das nächtliche Zelt,

das Glück, das still schwebt.

 

27.6.2021





75

Nun 75 und fast fit.

Mein Staunen wächst - Mein Dank wächst mit.

 

Ich träume noch von dem, was war:

von Lebenssinn mit Kinderschar,

von Glück, Erfüllung, Schicksalshieben,

Familie, Sohn und großen Lieben,

von all der Fülle, die ich lebte,

vom Muster, das mein Leben webte:

von bunt bis bleich, von hell bis dunkel,

von Jubelsang bis Not-Gemunkel.

Ich spür noch dieses ew´ge Streben

nach intensivem, vollen Leben.

 

Nun ist die Stille eingekehrt.

Das Alter hat sie mir verehrt.

Auch wenn ich einsam bin wie nie,

entspricht dies meiner Energie.

Denn auch der Seele Kräfte schwinden.

Muss anderswo mich nun verbinden.

 

Ich spüre hin, was mich erfüllt,

was heute mich in Freude hüllt:

Kontakte voller Güte, Frieden

sind mir zum Glück noch jetzt beschieden.

Auch lose Freundschaft, Akzeptanz

sind viel für mich, ja, Sternenglanz.

Sie lindern meine Schmerzen sacht

und trösten mich in dunkler Nacht.

 

Ich schau ins Grüne, in die Bäume

und fühle, hier sind meine Träume.

Hier geht´s mir gut, hier will ich sein,

in diese Fülle tauch ich ein.

Der Wald, mein Lebenselixier,

nimmt sanft mich auf, gibt Heimat mir.

 

Ich bin zwar alt. Mir fehlt der Schwung,

doch meine Träume bleiben jung.

All diese Wunder sind wie Sterne.

Sie zeigen mir: Du lebst noch gerne.

Voll tiefer Ehrfurcht hör ich´s raunen:

Es gibt so vieles, was zum Staunen!

 

Ich schau nach vorn, wohl auch zurück,

voll Dankbarkeit und tiefem Glück.


Was wünsch ich mir? Nie schlimme Schmerzen

und Freude tief in meinem Herzen.

 

21.6.2021


Am Tag nach meinem Geburtstag, dem 25.6.2021, erfuhr ich durch einen Zufallsbefund beim Arzt, dass ich eine schwere Erkrankung habe. So schnell kann´s gehen...





Unholde

 

Ein Unhold schleicht durch dunkle Nacht,

ein schlimmer, der schon kaltgemacht

so manche ahnungslose Maus.

Dem Nachwuchs schleppt er sie nach Haus.

 

Denn auch die bösen Jagdgestalten

wollen ihre Art erhalten.

Der jagt bald selbst mit Killer-Blick

und zieht sich dann am Tag zurück.

 

Doch leider ist das Jagen schwer

und manchmal bleibt der Magen leer.

Dann ist´s ein Glück zu wissen, wo

noch Haferflocken, wenn auch roh.

 

So schmatzt der Kleine noch am Morgen

und Gott sei Dank nun ohne Sorgen.

Und auch sein Schwanz, der abgebissen,

behindert nicht mehr so be….

 

Das Leben ist doch schön und gut!

Auch Misserfolg befördert Mut.

 

17.6.2021





Begnadet schöner Tag

 

Ein Sommertag mit warmer Luft,

mit Vogelsang und Kiefernduft,

mit Heiterkeit auf Schotterwegen,

mit leisem Groll trotz so viel Segen.

Ein Sommertag wie ein Gedicht,

ein Tag begnadet schön im Licht.

 

Nur ich, ich nörgle über Steine

und über alte, müde Beine.

Der Mensch als seines Glückes Schmied

liebt Selbstmitleid und Klagelied.

Drum kontrolliere dein Gefühl,

denn sonst verpasst du viel zu viel.

 

11.6.2021





„Corona-lässt-nach“-Lied

 

Hurra, hurra,

das Leben hat mich wieder!

Mit Frühlingsluft

und Rosenduft

und einem Hauch von Flieder.

Mit Wanderschuhn

und Bank-Ausruhn,

mit Einkehrlust,

so lang ersehnt, kaum noch erwähnt,

schon unbewusst.

Nun Lebenslust!

Ich sing die alten Lieder.

 

27.5.2021





Lebensteppich

 

Das Leben webt

in meinen Teppich Narben.

Es lebt und bebt

und wählt stets neue Farben.

 

Warmbraun statt grell.

Nichts soll mehr toben, lärmen.

Ins Dunkle hell,

ins Kalte Gold zum Wärmen.

 

Das Muster reift.

Es zieht sich durch mein Leben.

Doch wer begreift

die Kräfte, die es weben?

  

23.5.2021




Schwerer Duft

 

Der Weißdorn blüht.

Sein schwerer Duft lässt träumen.

Wie einstmals glüht

mein Herz in Sehnsuchtsräumen.

 

Vorbei das Sehnen

längst vergangner Zeiten.

Nur Düfte wähnen

noch Glück und Seligkeiten.

 

Der Weißdorn blüht.

Sein schwerer Duft weckt Träume.

Erinnrung glüht

durch leere Herzensräume.

 

19.5.2021





Zuletzt

 

Nun bist du Asche, hast gelebt.

Einst warst du tief mit uns verwebt.

Du warst mir Freundin Jahr und Tag,

stets einfühlsam, stets sanft und stark.

Nun spüre Frieden, Glück und Ruh!

Was wir begraben, bist nicht du.

 

11.5.2921

 

Für meine Freundin Gigi





Echtsein

 

Dies Leid kommt zur Unzeit?

Ach, Unzeit ist immer.

Du spürst tiefes Leid,

meinst schlimmer geht nimmer?

 

Mach dir nichts vor.

Erkenne, sei klug:

Auch du singst im Chor

von Schein und Betrug.

 

Du meinst, du bist ehrlich?

Ja klar, bist du dies.

Doch wird es gefährlich,

dann redest du süß.

 

So sind wir doch alle,

sind möglichst geschickt.

Für andre die Falle,

für uns, was uns glückt.

 

Wie mies, wir sind fehlbar

und schämen uns nicht!

Charakter ist wählbar.

Und Echtsein ist Pflicht.

 

7.5.2021





Trauern im Alter

 

Das Trauern im Alter ist leise und stumm.

Es klagt nicht, es schweigt.

Es seufzt nur und neigt

den Kopf auf die Brust. Zu viel Not macht dich krumm.

Das Leben, es lehrt,

was echt, was verkehrt.

Bedaure dich nicht: Bleib stumm - doch dann summ!

Dein Lied, es klingt fort,

es singt hier und dort.

Es dringt aus dem Herzen. Du bist noch nicht stumm.

 

7.5.2021





Gnädiges Schicksal

 

Selbst Riesenprobleme

und jedwede Not,

verschwinden letztendlich

und kommen ins Lot.

 

Du schaust in den Frühling

und fasst es noch kaum:

Die Welt ist so herrlich!

Hier lächelt ein Traum!

 

Ganz still und tief dankbar,

so schaust du zurück:

Mein Schicksal ist gnädig.

Auch "Glückchen" ist Glück.

 

28.4.2021





Genug?

 

Genug geweint, genug der Nacht!

Genug der Tränen! Aufgewacht!

Schau, Blumen blühen, wiegen sacht

die Köpfchen in der Frühlingspracht.

Gelacht ist nie genug gelacht!

 

22.4.2021





Verluste im Alter

 

Still sind die Wege,

auf denen wir gehn.

Verfallen die Stege –

Kein Freund mehr zu sehn.

 

Verwirrung im Alter,

geändertes Sein.

Wie taumelnde Falter

fliegt mancher allein.

 

Die einst mir verbunden,

es gibt sie nicht mehr.

Vertraut nahe Stunden,

sie fehlen mir sehr.

 

Nun starb auch die Letzte,

die immer noch klar.

Wie sehr ich sie schätzte!

Wie lieb sie mir war!

 

Sie starb ohne Abschied.

Mein Herz ist nun leer.

Verklungen ihr Lied -

Dies Schweigen wiegt schwer.

 

Die Jungen beschäftigt

mit dem, was sie drückt,

denn Leben bekräftigt

nur das, was uns glückt.

 

Sie wollen verstehen,

doch können sie´s nicht.

Die Klagen verwehen,

wenn ihr Leben spricht.

 

So ist es wohl richtig,

denn so ist das Leben.

Alleinsein ist wichtig,

um vorwärts zu streben.

 

Zu streben nach Sinn

und tieferem Halt,

nach Sinn und Gewinn –

Ach Gott, ist mir kalt!

 

17.4.2021






Wilder Apfel

 

Das Leben atmet und es sprüht

vor Lebensmut und lauter Freude.

Am Weg der wilde Apfel blüht.

Er traut der Zukunft und dem Heute.

 

Das Leben atmet und es sprüht.

Es stärkt auch meinen Lebensmut.

Der wilde Apfel blüht und blüht

und flüstert: Mut tut jedem gut!

 

11.4.2021




Passt nicht?

 

So manches passt nicht, setzt mir zu.

Na, und? So ist der Gang der Welt.

Ich bäum mich auf, find keine Ruh

und fühl mich fies ins Aus gestellt.

 

Ich bin empört und denke mir:

Das musst du sagen, gleich und hier!

Doch halt! Es ist so, wie es ist.

Guck hin, denn selbst im größten Mist

liegt immer auch ein tiefrer Sinn.

Ertrag die Schmerzen, schau hinein

und find heraus, was der Gewinn

für dich und andre könnte sein.

 

Ertrage, dass sich etwas wandelt.

Die Tür geht zu, die neue auf.

Wird Glück in Illusion verwandelt,

so ist auch das des Lebens Lauf.

 

Nach einer tränenreichen Rast

ergreife Chancen, die du hast!

Aus grünem Gras wird immer Heu.

Doch Freuden wachsen auch stets neu.

 

5.4.2021




Für meine Freundin Gigi

 

Du musstest gehen ohne Abschied.

Wir wussten nicht, dass es soweit.

Mein Herz in deine Richtung sieht:

Ich spüre Glück – und bin voll Leid.

 

So lange waren wir verbunden,

auf Abstand, doch im Herzen nah.

Du hast im Leben überwunden

viel Schweres. Doch auch Glück geschah.

 

Geteilt hast du mit mir die Sorgen.

Doch schließlich war dann alles gut.

Fürs Teilen gibt es nun kein morgen.

Dein liebes Herz für immer ruht.

 

Doch hoffe ich, dich noch zu fühlen,

dich in viel Glück und Seligkeit.

Mein Schmerz wird weiter in mir wühlen.

Ich danke dir für unsre Zeit!

 

2.4.2012

 

(Meine Freundin Gigi verstarb am 1.4.2021.

Wir waren über 40 Jahre verbunden.)




Gottes Raum

 

Der stille Wald ist Gottes Raum

für Hoffnung, Neubeginn und Kraft,

für Baum und Strauch und meinen Traum

von Leben, das uns Heilung schafft.

 

Der stille Wald ist Heimatort

für Sehnsucht nach Geborgenheit.

Er ist mein steter Rückzugs-Hort

für Hoffnung jenseits aller Zeit.

 

Er wächst und grünt und gibt nie auf.

Er dehnt sich über Fels und Hügel

und ruht doch in der Zeiten Lauf.

Und meiner Seele schenkt er Flügel.

 

31.3.2021

 

(Am 1.4.2021 um 18 Uhr ist meine Herzensfreundin Gigi gestorben. Am Tag zuvor, also am 31.3.2021, war sie plötzlich zusammengebrochen, was ich erst nach ihrem Tod erfahren habe.)




Falscher Weg?

 

So mancher Weg ist arg verschlungen.

Voll Mühe quäl ich mich bergan.

Leis hab ich mir ein Lied gesungen,

das macht mir Mut, bringt mich voran.

 

Wo ist mein Ziel? Erreich ich´s noch?

Ich stöhne, ächze, schreite fort.

Es gibt noch diese Chance! Doch -

ich komm zu einem andren Ort.

 

„Ach, so ein Mist!“ denk ich erschrocken.

„Hier wollte ich doch niemals hin!“

Doch plötzlich kann mich etwas locken,

verspricht mir größeren Gewinn.

 

Ich schaue, staune wie am Ziel.

Hier tun sich neue Welten auf!

Das Leben schenkt beständig viel.

Doch muss den Berg man erst mal rauf.

 

25.3.2021





Heimlich

 

Das Leben lebt,

auch wenn es sich nicht zeigt.

Es webt und bebt

ganz heimlich - und es steigt

aus dunkler Nacht

empor ins Sonnenlicht.

Es lebt und webt,

zeigt schüchtern sein Gesicht.

Das Leben lacht -

kaum hörbar ist der Ton.

Doch nach der Nacht

da singt es heimlich schon.

 

9.3.2021





Mandelblüten

 

Die ersten, die frühen,

ich glaube es kaum,

sie blühen und blühen,

so schön wie im Traum.

 

Sie duften voll Süße.

Wie zart sie doch sind!

Betörende Grüße

verwehen im Wind.

 

Ich stehe voll Staunen

und lächle vor Glück

und lausche dem Raunen:

Der März ist zurück.

 

Die Blüten verschenken

vergessenen Mut.

Nur fühlen, nicht denken!

Zu leben ist gut.

 

4.3.2021


Die Jesuitenmandel bei Forst a.d.Weinstr. ist jedes Jahr einer der ersten Mandelbäume, die blühen.






Frühlingserwachen

 

Sanft säuselt die Luft

durch silbernes Haar.

Ein Zaunkönig ruft

voll Inbrunst und klar.

 

Ich spüre das Leben,

dies Drängen voll Lust,

dies endlose Streben

trotz Mühen und Frust.

 

Die uralten Weiden

stehn wieder im Saft.

Und Taten begleiten

Ideen voller Kraft.

 

Sanft streichelt die Sonne

mein silbernes Haar.

Ich ahne voll Wonne:

Der Frühling ist da!

 

26.2.2021

 


 



Februar-Glück

 

Ein Vogel singt voll Leidenschaft.

Er schmettert laut mit aller Kraft.

Doch Februar ist noch nicht Mai,

die warme Zeit geht bald vorbei.

Jetzt ist Vertrauen angesagt.

Denn was der Frühling einmal wagt,

das lässt sich nie mehr wieder stoppen,

mag uns die Kälte noch so foppen.

Wir wissen: Bald lacht uns das Glück

und schaun nach vorn und nicht zurück.

 

24.2.2021





Frühlingserwachen

 

Grün atmet die Hoffnung.

Ein Vogel singt leis.

Dort unter den Felsen

schmilzt tropfend das Eis.

 

Noch zeigt das Erwachen

nur zögernden Mut.

Doch ich trau dem Leben:

Alles wird gut.

 

20.2.2021





Kälte

 

Die Kälte kriecht durch Mark und Bein.

Ach, 15 Grad, muss das noch sein?

Ich träum von Restaurant und Essen,

von Sommersonne unvergessen,

von bunten Farben, Blütenduft

und himmlisch warmer, weicher Luft.

Doch kältesteif sind meine Glieder.

Was soll´s? All das kommt einmal wieder.

 

11.2.2021





Stille, Stille

 

Stille, Stille. Flocken fallen taumelnd,

feucht und schlapp.

Auch mein Mut, wie alte Blätter baumelnd,

fällt herab.

 

Stille, Stille. Bleibe niemals liegen,

stehe auf!

Trübe Zeiten können täuschen, trügen.

Geh bergauf!

 

Stille, Stille. Milder Schnee fällt taumelnd

auf das Land.

Hoffnung schaukelt sanft und müde baumelnd

am Weltenrand.

 

8.2.2021






Todkrank

 

Mein Herz bleibt stehn,

fühlt ihre Pein.

Bald muss sie gehn

und ist allein.

Die Krankheit siegt,

wird nagen, schmerzen

und niemand wiegt

ihr Leid im Herzen.

 

Allein im Innern.

Wer kann folgen?

Der Freunde Wimmern

erreicht die Wolken.

Ihr Schicksal liegt

in Gottes Händen.

Er hilft. Er siegt,

kann Nöte wenden.

 

Still steht er bei,

hilft hoffen, tragen,

schenkt Freude neu,

lässt nicht verzagen,

schenkt Gottvertraun

und kleine Freude,

hilft aufzubaun:

Sie lebt im Heute.

 

27.1.2021






Neuer Tag

 

Der Tag erwacht

und mit ihm seine Kinder:

die Angst der Nacht,

der Schmerz im dunklen Winter.

Es starrt die Sorge,

die schneidend sticht,

das Grau am Morgen.

Doch da ist Licht!

 

Da ist die Bläue

am Horizont

und all das Neue,

was sich noch lohnt!

 

Da ist die Fülle,

die Leben heißt,

und auch die Stille,

die mich verweist

auf all die Freude,

die in mir ruht.

Mein Tag ist heute.

Der Tag ist gut.

 

21.1.2021






Hoffnung

 

Hoffnung

ist ein schönes Wort.

Es lächelt still

und trägt uns fort.

Es schenkt

und lenkt,

lässt uns ertragen,

was Gott so will.

Nur nie verzagen!

Es blüht

und glüht

und macht uns Mut.

Es schenkt so viel.

Dies Jahr wird gut.

 

1.1.2021






Sehnsucht

 

Corona und Abstand,

bestimmen mein Leben.

Ich bin konsequent.

Noch hält zwar das Band

aus Liebe und Geben.

Nur Nähe, die kennt

mein Herz schon nicht mehr.

Wo ist nur die Hand,

die warm und vertraut

die meine berührt,

die Eispanzer taut

und Menschlichkeit spürt?

Ich sehne mich sehr.

 

29.12.2020





Das wünsche ich dir

 

In der Welt

und tief im Herzen

ruhigen Frieden,

niemals Schmerzen,

Lebenskraft

und -lust und -mut,

Liebe auch,

denn die tut gut.

Noch dazu

viel Seelenfrieden,

Wohlstand, Glück

sei dir beschieden.

Bleib gesund

mit Haut und Haar.

Ich wünsche

dir ein gutes Jahr!

 

27.12.2020





Gruselfund

 

Ein Nebelstreif

zieht bleich ins Tal.

Sein Geisterschweif

bewegt sich fahl.

 

Mich fröstelt zwar,

doch folg ich ihm.

Ist das hier wahr?

Ich starre hin.

 

Ein Wildschwein klebt

senkrecht am Baum!

Bin ich verwebt

in einen Traum?

 

Ich starre hin,

das Grauen nagt.

Wo liegt der Sinn?

In einer Jagd?

 

Was ist geschehn?

Der Nebel treibt -

Muss weiter gehn.

Das Grauen bleibt.

 

22.12.2020










Nikolausabend für Alte

 

Niklas kommt und klopft leis an.

Wie, du bist alt und lebst allein?

Du zweifelst gern so dann und wann?

Nein, heute gilt: Du lässt ihn rein!

 

Vor meiner Tür der Flur ist leer.

Kein Stiefel und kein gutes Wort.

Dann spür ich es, verstehe mehr:

In mir ist der Geschenke-Hort!

 

Ich hab so vieles, weiß das auch,

bin dankbar für die Menschen mein,

für Trost und Hoffnung, Baum und Strauch,

für jedes Gute, groß und klein.

 

Ach, Nikolaus, ich dank dir schön!

Mein Zimmer sieht jetzt heller aus.

Hast mich beschenkt, kannst weitergehn.

Dein Licht jedoch, das bleibt im Haus.

 

5.12.2020






Zauberwelt

 

Im Schnee erwacht

die Märchenwelt.

Noch schüchtern fällt

aus dunkler Nacht

ein blasser Hauch.

Doch er erhellt

die Zauberwelt -

und mein Herz auch.

 

1.12.2020






Das letzte Blatt

 

Die Welt erwacht

im goldnen Glanz.

Nach dunkler Nacht

erstrahlt sie ganz.

 

Ein warmes Licht

weckt Busch und Baum

und mein Gesicht

aus bangem Traum.

 

Wie reich und satt

erstrahlt die Welt!

Doch dort ein Blatt -

es fällt und fällt.

 

22.11.2020





Nebelflüstern

 

Im Nebel träumen Seen und Wälder.

Kaum hörbar flüstert mir ein Hauch:

Du frierst. Es wird dir immer kälter.

Komm, lächle, es gibt Gutes auch!

 

Ganz tief in dir, da ruht das Wissen

von dem, was Reiches dir geschah.

Voll Frieden, Wohlstand, auch voll Küssen,

so war dein Leben, gut und wahr.

 

Vergiss die Kämpfe, all die Schmerzen,

verlorne Kraft, verlornen Mut.

Vertraue endlich deinem Herzen.

Denn letztlich ist doch alles gut

 

14.11.2020





Elwedritsche

 

Die Elwedritsche ist ein Tier,

das heimlich lebt im Walde hier.

Es ist halb Huhn, halb Frau, halb Greif

und hat sogar nen Pferdeschweif.

Bei Vollmond lässt sie sich auch fangen

mit Säcken und mit langen Stangen.

 

Doch meistens spukt sie nur in Köpfen

mit dickem Busen und mit Zöpfen.

Und wenn die Tritsche ist vergnügt,

sie auch in Männerarmen liegt.

Ihr seht, dies Tier scheut zwar die Sonne,

doch sonst ist es die pure Wonne.

 

11.11.2020

 

Das von mir entdeckte Exemplar ist nicht gerade das attraktivste. Wollt ihr Elwedritschen mit Busen und Zöpfen sehen, googelt bitte nach dem Elwedritschebrunnen in Neustadt an der Weinstraße.

 





Felsentor

 

Millionen Jahre standgehalten,

den Wüstenstürmen und dem Frost.

Eiszeiten ließen dich erkalten,

du roter Fels, gefärbt vom Rost.

 

Die Zeit hat schließlich dir gelächelt:

erst Sand, dann Fels, dann Felsentor.

Auch milder Wind hat dir gefächelt.

Er flüstert: „Schicksal!“ in mein Ohr.

 

Die Jahre kommen und sie gehen.

Sie formen uns in ihrem Sinn.

Wenn sanfte Winde für uns wehen,

ist Schicksal Glück und Hauptgewinn.

 

7.11.2020






Seelenmütze

 

Die letzten Pilze tragen Mütze.

Viel Laub bedeckt schon ihren Hut.

Mein Jahr voll Pandemie und Hitze

war fordernd, aber letztlich gut.

 

Nun rauscht der Herbst mit seinem Regen.

Ich mag die Stille dieser Zeit

und auch das Rascheln auf den Wegen,

Durchatmen und Geborgenheit.

 

Ich mag das Lachen tief im Innern,

den Dank für alles, was geschah,

die Strahlen, die durch Bäume schimmern,

und Zuversicht fürs neue Jahr.

 

2.11.2020






Plätzchen-Herbst

 

So manche tragen jetzt schon Glatze,

doch viele Bäume sind noch bunt.

Ich sitz am Fenster, schau und schmatze

ein Schokoplätzchen süß und rund.

 

Herbstblätter wirbeln wild dahin.

Sie tanzen ihren Abschiedstanz.

Ich frag mich, ob ich einsam bin,

und kaue und vergess mich ganz.

 

Es greift das Jahr nach seinen Kindern.

Das alles endet nur zum Schein.

Ich denk zu viel. Es wird mich hindern,

nur zu genießen und zu sein.

 

Ich schau hinaus: „Wozu der Frust?

Du lebst doch, wie es dir gefällt.

Genieß den Herbst voll Lebenslust!

Dir bleibt genug in deiner Welt.“

 

29.10.2020





Ein wahres Erlebnis von heute Nacht



Jenseits der Zeit

 

Auch Sommerzeiten enden schnöde

Es stoppt die Uhr des Nachts um drei.

Mein Schlaf ist herrlich tief und öde.

Da meint die Blase: Bin so frei!

 

Ich tappe also schlafestrunken

zu mir ins Bad mit leerem Sinn.

Nun sitz ich tief in mir versunken.

Vor meinem Fuß, da kriecht was hin!

 

Ich bin hellwach! Doch ohne Brille

erkenn ich nur ein Häufchen klein.

Zu groß ist dieses für ne Grille.

Es kriecht und schwankt, zeigt kriechend Bein.

 

Ogott, wie eklig! Renn zur Küche

und kehre wieder mit nem Glas.

Das Vieh ist fast schon fortgeschlichen.

Ich fang es ein. Was ist denn das?

 

Nun seh ich es. Wie mich dies freut!

Ein Krötlein glubscht und stellt sich stur.

Ne Kröte jenseits aller Zeit!

Unmögliches braucht keine Uhr.

 

25.10.2020






Herbstgold

 

Frierende Bäume im nasskalten Wind,

die Blätter verschlissen. Das Jahr still zerrinnt.


Doch plötzlich, da fällt ein leuchtender Strahl

auf dieses Gelb. Schon lodert das Tal.

Es leuchtet und strahlt im goldenen Schein.

Wie kann so viel Schönheit das Ende nur sein?


Doch plötzlich ein Windstoß zum Sturmwind auffrischt.

Der Himmel wird grau - und der Zauber erlischt.

 

25.10.2020






Im Dunst

 

Im Dunst verschwimmen Fluss und Bäume.

Der Wald trägt schon sein stilles Kleid.

Und durch die grauen, leeren Räume

fliegt einsam wie durch meine Träume

ein Rabe - jenseits aller Zeit.

 

18.10.2020