Meine neuen Gedichte

 

 

 

Wege im Dunst

 

Im Dunst verschwinden manche Wege.

Wie gerne wüsste ich ihr Ziel!

Sind Brücken dort und sich´re Stege?

Droht Mühsal mir? Will ich zu viel?

 

Das Leben hat mich oft geschunden.

Ich hätt´ gern eine dicke Haut.

Doch drohen immer neue Wunden?

Ich habe Angst und singe laut.

 

Im Dunst verschwinden Lebenswege.

Mehr Klarheit wird mir nicht geschenkt.

Doch Hoffnung, die ich stetig hege,

ist mir ganz tief ins Herz gesenkt.

 

Ich schau zum Himmel, fühle Weite.

Ein Lichtstrahl lacht mir ins Gesicht.

Der Dunst verweht. Mein Weg zeigt Breite.

Er ist nicht steinig und voll Licht.

 

24.11.2018





Fallende Blätter

 

Fallendes Laub, es beendet das Jahr.

Es streichelt die Seele und streichelt mein Haar.

Es tänzelt und taumelt wie wild durch den Wald

und neckt mich ganz leise: Auch du bist schon alt!

 

Es kullert und hüpft und verwirbelt im Wind

und weiß doch, wie endlich die Herbsttage sind.

Ich nicke versonnen – die Wahrheit ist schlicht –

und geh in mein Herz und entzünde ein Licht.

 

11.11.2018



 

 

Novemberlicht

 

Novemberlicht ist Abschiedslicht.

Wie mild es durch die Zweige bricht!

Wie zärtlich es dies Jahr umfängt,

ein Jahr, das Glück und Schmerz geschenkt.

 

Mein Jahr, in dem ich Leben spürte,

das in der Tiefe mich berührte,

das für des Lebens Fülle steht -

und nun wie Laub im Wind verweht.

 

Doch trauern gilt nicht, lächeln schon.

Denn jede Not verbirgt auch Lohn.

Ich bin zur Freude neu bereit -

und gehe lächelnd durch die Zeit.

 

3.11.2018

 


 

 

 Dies ist mein Herbsttag

*frei nach Friedrich Hebbel

 

Dies ist ein Herbsttag,

wie ich keinen sah!

Die Luft ist still,

als atmete man kaum.*

Und fröhlich rollt

die reife Eichelschar

in meine Seele

wie ein Kindertraum.

 

Oh, stört sie nicht,

die Feier der Natur!*

Dies ist mein Tag

voll  leichter Heiterkeit.

Doch Herbstwald schenkt

sein breites Lächeln nur

dem, der ihn liebt

und dessen Herz bereit.

 

8.10.2018


* Textpassagen von Friedrich Hebbel

Foto: Werner, Naturforum


 


Fallende Eicheln

 

Dies ist mein Tag,

wenn warme Winde wehen,

Septemberlicht

den müden Wald erhellt,

wenn meine Augen

Zwerglein tanzen sehen

und ich versinke

in der Märchenwelt.

 

Dies ist mein Tag,

wenn dieses Klackern, Hüpfen

vor meinen Füßen

mich zum Stoppen bringt,

wenn kleine Gnome

hinter Bäume schlüpfen

und leises Kichern

keck den Wald durchdringt.

 

Dies ist mein Tag,

wenn dieses Hüpfen, Hallen

den Wald erfüllt

mit munter-frechem Klang,

wenn ich verbunden bin

mit meinen Träumen allen

und mich erfüllt

ein raunender Gesang.

  

 

19.9.2018