Meine neuen Gedichte




Hoffnung

 

Hoffnung

ist ein schönes Wort.

Es lächelt still

und trägt uns fort.

Es schenkt

und lenkt,

lässt uns ertragen,

was Gott so will.

Nur nie verzagen!

Es blüht

und glüht

und macht uns Mut.

Es schenkt so viel.

Dies Jahr wird gut.

 

1.1.2021






Sehnsucht

 

Corona und Abstand,

bestimmen mein Leben.

Ich bin konsequent.

Noch hält zwar das Band

aus Liebe und Geben.

Nur Nähe, die kennt

mein Herz schon nicht mehr.

Wo ist nur die Hand,

die warm und vertraut

die meine berührt,

die Eispanzer taut

und Menschlichkeit spürt?

Ich sehne mich sehr.

 

29.12.2020





Das wünsche ich dir

 

In der Welt

und tief im Herzen

ruhigen Frieden,

niemals Schmerzen,

Lebenskraft

und -lust und -mut,

Liebe auch,

denn die tut gut.

Noch dazu

viel Seelenfrieden,

Wohlstand, Glück

sei dir beschieden.

Bleib gesund

mit Haut und Haar.

Ich wünsche

dir ein gutes Jahr!

 

27.12.2020





Gruselfund

 

Ein Nebelstreif

zieht bleich ins Tal.

Sein Geisterschweif

bewegt sich fahl.

 

Mich fröstelt zwar,

doch folg ich ihm.

Ist das hier wahr?

Ich starre hin.

 

Ein Wildschwein klebt

senkrecht am Baum!

Bin ich verwebt

in einen Traum?

 

Ich starre hin,

das Grauen nagt.

Wo liegt der Sinn?

In einer Jagd?

 

Was ist geschehn?

Der Nebel treibt -

Muss weiter gehn.

Das Grauen bleibt.

 

22.12.2020










Nikolausabend für Alte

 

Niklas kommt und klopft leis an.

Wie, du bist alt und lebst allein?

Du zweifelst gern so dann und wann?

Nein, heute gilt: Du lässt ihn rein!

 

Vor meiner Tür der Flur ist leer.

Kein Stiefel und kein gutes Wort.

Dann spür ich es, verstehe mehr:

In mir ist der Geschenke-Hort!

 

Ich hab so vieles, weiß das auch,

bin dankbar für die Menschen mein,

für Trost und Hoffnung, Baum und Strauch,

für jedes Gute, groß und klein.

 

Ach, Nikolaus, ich dank dir schön!

Mein Zimmer sieht jetzt heller aus.

Hast mich beschenkt, kannst weitergehn.

Dein Licht jedoch, das bleibt im Haus.

 

5.12.2020






Zauberwelt

 

Im Schnee erwacht

die Märchenwelt.

Noch schüchtern fällt

aus dunkler Nacht

ein blasser Hauch.

Doch er erhellt

die Zauberwelt -

und mein Herz auch.

 

1.12.2020






Das letzte Blatt

 

Die Welt erwacht

im goldnen Glanz.

Nach dunkler Nacht

erstrahlt sie ganz.

 

Ein warmes Licht

weckt Busch und Baum

und mein Gesicht

aus bangem Traum.

 

Wie reich und satt

erstrahlt die Welt!

Doch dort ein Blatt -

es fällt und fällt.

 

22.11.2020





Nebelflüstern

 

Im Nebel träumen Seen und Wälder.

Kaum hörbar flüstert mir ein Hauch:

Du frierst. Es wird dir immer kälter.

Komm, lächle, es gibt Gutes auch!

 

Ganz tief in dir, da ruht das Wissen

von dem, was Reiches dir geschah.

Voll Frieden, Wohlstand, auch voll Küssen,

so war dein Leben, gut und wahr.

 

Vergiss die Kämpfe, all die Schmerzen,

verlorne Kraft, verlornen Mut.

Vertraue endlich deinem Herzen.

Denn letztlich ist doch alles gut

 

14.11.2020





Elwedritsche

 

Die Elwedritsche ist ein Tier,

das heimlich lebt im Walde hier.

Es ist halb Huhn, halb Frau, halb Greif

und hat sogar nen Pferdeschweif.

Bei Vollmond lässt sie sich auch fangen

mit Säcken und mit langen Stangen.

 

Doch meistens spukt sie nur in Köpfen

mit dickem Busen und mit Zöpfen.

Und wenn die Tritsche ist vergnügt,

sie auch in Männerarmen liegt.

Ihr seht, dies Tier scheut zwar die Sonne,

doch sonst ist es die pure Wonne.

 

11.11.2020

 

Das von mir entdeckte Exemplar ist nicht gerade das attraktivste. Wollt ihr Elwedritschen mit Busen und Zöpfen sehen, googelt bitte nach dem Elwedritschebrunnen in Neustadt an der Weinstraße.

 





Felsentor

 

Millionen Jahre standgehalten,

den Wüstenstürmen und dem Frost.

Eiszeiten ließen dich erkalten,

du roter Fels, gefärbt vom Rost.

 

Die Zeit hat schließlich dir gelächelt:

erst Sand, dann Fels, dann Felsentor.

Auch milder Wind hat dir gefächelt.

Er flüstert: „Schicksal!“ in mein Ohr.

 

Die Jahre kommen und sie gehen.

Sie formen uns in ihrem Sinn.

Wenn sanfte Winde für uns wehen,

ist Schicksal Glück und Hauptgewinn.

 

7.11.2020






Seelenmütze

 

Die letzten Pilze tragen Mütze.

Viel Laub bedeckt schon ihren Hut.

Mein Jahr voll Pandemie und Hitze

war fordernd, aber letztlich gut.

 

Nun rauscht der Herbst mit seinem Regen.

Ich mag die Stille dieser Zeit

und auch das Rascheln auf den Wegen,

Durchatmen und Geborgenheit.

 

Ich mag das Lachen tief im Innern,

den Dank für alles, was geschah,

die Strahlen, die durch Bäume schimmern,

und Zuversicht fürs neue Jahr.

 

2.11.2020






Plätzchen-Herbst

 

So manche tragen jetzt schon Glatze,

doch viele Bäume sind noch bunt.

Ich sitz am Fenster, schau und schmatze

ein Schokoplätzchen süß und rund.

 

Herbstblätter wirbeln wild dahin.

Sie tanzen ihren Abschiedstanz.

Ich frag mich, ob ich einsam bin,

und kaue und vergess mich ganz.

 

Es greift das Jahr nach seinen Kindern.

Das alles endet nur zum Schein.

Ich denk zu viel. Es wird mich hindern,

nur zu genießen und zu sein.

 

Ich schau hinaus: „Wozu der Frust?

Du lebst doch, wie es dir gefällt.

Genieß den Herbst voll Lebenslust!

Dir bleibt genug in deiner Welt.“

 

29.10.2020





Ein wahres Erlebnis von heute Nacht



Jenseits der Zeit

 

Auch Sommerzeiten enden schnöde

Es stoppt die Uhr des Nachts um drei.

Mein Schlaf ist herrlich tief und öde.

Da meint die Blase: Bin so frei!

 

Ich tappe also schlafestrunken

zu mir ins Bad mit leerem Sinn.

Nun sitz ich tief in mir versunken.

Vor meinem Fuß, da kriecht was hin!

 

Ich bin hellwach! Doch ohne Brille

erkenn ich nur ein Häufchen klein.

Zu groß ist dieses für ne Grille.

Es kriecht und schwankt, zeigt kriechend Bein.

 

Ogott, wie eklig! Renn zur Küche

und kehre wieder mit nem Glas.

Das Vieh ist fast schon fortgeschlichen.

Ich fang es ein. Was ist denn das?

 

Nun seh ich es. Wie mich dies freut!

Ein Krötlein glubscht und stellt sich stur.

Ne Kröte jenseits aller Zeit!

Unmögliches braucht keine Uhr.

 

25.10.2020






Herbstgold

 

Frierende Bäume im nasskalten Wind,

die Blätter verschlissen. Das Jahr still zerrinnt.


Doch plötzlich, da fällt ein leuchtender Strahl

auf dieses Gelb. Schon lodert das Tal.

Es leuchtet und strahlt im goldenen Schein.

Wie kann so viel Schönheit das Ende nur sein?


Doch plötzlich ein Windstoß zum Sturmwind auffrischt.

Der Himmel wird grau - und der Zauber erlischt.

 

25.10.2020






Im Dunst

 

Im Dunst verschwimmen Fluss und Bäume.

Der Wald trägt schon sein stilles Kleid.

Und durch die grauen, leeren Räume

fliegt einsam wie durch meine Träume

ein Rabe - jenseits aller Zeit.

 

18.10.2020