Meine neuen Gedichte




Mandelblüten

 

Die ersten, die frühen,

ich glaube es kaum,

sie blühen und blühen,

so schön wie im Traum.

 

Sie duften voll Süße.

Wie zart sie doch sind!

Betörende Grüße,

die wehen im Wind.

 

Ich stehe voll Staunen

und lächle vor Glück

und lausche dem Raunen:

Der März ist zurück.

 

Die Blüten verschenken

vergessenen Mut.

Nur fühlen, nicht denken!

Zu leben ist gut.

 

4.3.2021


Die Jesuitenmandel bei Forst a.d.Weinstr. ist jedes Jahr einer der ersten Mandelbäume, die blühen.






Frühlingserwachen

 

Sanft säuselt die Luft

durch silbernes Haar.

Ein Zaunkönig ruft

voll Inbrunst und klar.

 

Ich spüre das Leben,

dies Drängen voll Lust,

dies endlose Streben

trotz Mühen und Frust.

 

Die uralten Weiden

stehn wieder im Saft.

Und Taten begleiten

Ideen voller Kraft.

 

Sanft streichelt die Sonne

mein silbernes Haar.

Ich ahne voll Wonne:

Der Frühling ist da!

 

26.2.2021

 


 



Februar-Glück

 

Ein Vogel singt voll Leidenschaft.

Er schmettert laut mit aller Kraft.

Doch Februar ist noch nicht Mai,

die warme Zeit geht bald vorbei.

Jetzt ist Vertrauen angesagt.

Denn was der Frühling einmal wagt,

das lässt sich nie mehr wieder stoppen,

mag uns die Kälte noch so foppen.

Wir wissen: Bald lacht uns das Glück

und schaun nach vorn und nicht zurück.

 

24.2.2021





Frühlingserwachen

 

Grün atmet die Hoffnung.

Ein Vogel singt leis.

Dort unter den Felsen

schmilzt tropfend das Eis.

 

Noch zeigt das Erwachen

nur zögernden Mut.

Doch ich trau dem Leben:

Alles wird gut.

 

20.2.2021





Kälte

 

Die Kälte kriecht durch Mark und Bein.

Ach, 15 Grad, muss das noch sein?

Ich träum von Restaurant und Essen,

von Sommersonne unvergessen,

von bunten Farben, Blütenduft

und himmlisch warmer, weicher Luft.

Doch kältesteif sind meine Glieder.

Was soll´s? All das kommt einmal wieder.

 

11.2.2021





Stille, Stille

 

Stille, Stille. Flocken fallen taumelnd,

feucht und schlapp.

Auch mein Mut, wie alte Blätter baumelnd,

fällt herab.

 

Stille, Stille. Bleibe niemals liegen,

stehe auf!

Trübe Zeiten können täuschen, trügen.

Geh bergauf!

 

Stille, Stille. Milder Schnee fällt taumelnd

auf das Land.

Hoffnung schaukelt sanft und müde baumelnd

am Weltenrand.

 

8.2.2021






Todkrank

 

Mein Herz bleibt stehn,

fühlt ihre Pein.

Bald muss sie gehn

und ist allein.

Die Krankheit siegt,

wird nagen, schmerzen

und niemand wiegt

ihr Leid im Herzen.

 

Allein im Innern.

Wer kann folgen?

Der Freunde Wimmern

erreicht die Wolken.

Ihr Schicksal liegt

in Gottes Händen.

Er hilft. Er siegt,

kann Nöte wenden.

 

Still steht er bei,

hilft hoffen, tragen,

schenkt Freude neu,

lässt nicht verzagen,

schenkt Gottvertraun

und kleine Freude,

hilft aufzubaun:

Sie lebt im Heute.

 

27.1.2021






Neuer Tag

 

Der Tag erwacht

und mit ihm seine Kinder:

die Angst der Nacht,

der Schmerz im dunklen Winter.

Es starrt die Sorge,

die schneidend sticht,

das Grau am Morgen.

Doch da ist Licht!

 

Da ist die Bläue

am Horizont

und all das Neue,

was sich noch lohnt!

 

Da ist die Fülle,

die Leben heißt,

und auch die Stille,

die mich verweist

auf all die Freude,

die in mir ruht.

Mein Tag ist heute.

Der Tag ist gut.

 

21.1.2021






Hoffnung

 

Hoffnung

ist ein schönes Wort.

Es lächelt still

und trägt uns fort.

Es schenkt

und lenkt,

lässt uns ertragen,

was Gott so will.

Nur nie verzagen!

Es blüht

und glüht

und macht uns Mut.

Es schenkt so viel.

Dies Jahr wird gut.

 

1.1.2021






Sehnsucht

 

Corona und Abstand,

bestimmen mein Leben.

Ich bin konsequent.

Noch hält zwar das Band

aus Liebe und Geben.

Nur Nähe, die kennt

mein Herz schon nicht mehr.

Wo ist nur die Hand,

die warm und vertraut

die meine berührt,

die Eispanzer taut

und Menschlichkeit spürt?

Ich sehne mich sehr.

 

29.12.2020





Das wünsche ich dir

 

In der Welt

und tief im Herzen

ruhigen Frieden,

niemals Schmerzen,

Lebenskraft

und -lust und -mut,

Liebe auch,

denn die tut gut.

Noch dazu

viel Seelenfrieden,

Wohlstand, Glück

sei dir beschieden.

Bleib gesund

mit Haut und Haar.

Ich wünsche

dir ein gutes Jahr!

 

27.12.2020





Gruselfund

 

Ein Nebelstreif

zieht bleich ins Tal.

Sein Geisterschweif

bewegt sich fahl.

 

Mich fröstelt zwar,

doch folg ich ihm.

Ist das hier wahr?

Ich starre hin.

 

Ein Wildschwein klebt

senkrecht am Baum!

Bin ich verwebt

in einen Traum?

 

Ich starre hin,

das Grauen nagt.

Wo liegt der Sinn?

In einer Jagd?

 

Was ist geschehn?

Der Nebel treibt -

Muss weiter gehn.

Das Grauen bleibt.

 

22.12.2020










Nikolausabend für Alte

 

Niklas kommt und klopft leis an.

Wie, du bist alt und lebst allein?

Du zweifelst gern so dann und wann?

Nein, heute gilt: Du lässt ihn rein!

 

Vor meiner Tür der Flur ist leer.

Kein Stiefel und kein gutes Wort.

Dann spür ich es, verstehe mehr:

In mir ist der Geschenke-Hort!

 

Ich hab so vieles, weiß das auch,

bin dankbar für die Menschen mein,

für Trost und Hoffnung, Baum und Strauch,

für jedes Gute, groß und klein.

 

Ach, Nikolaus, ich dank dir schön!

Mein Zimmer sieht jetzt heller aus.

Hast mich beschenkt, kannst weitergehn.

Dein Licht jedoch, das bleibt im Haus.

 

5.12.2020






Zauberwelt

 

Im Schnee erwacht

die Märchenwelt.

Noch schüchtern fällt

aus dunkler Nacht

ein blasser Hauch.

Doch er erhellt

die Zauberwelt -

und mein Herz auch.

 

1.12.2020






Das letzte Blatt

 

Die Welt erwacht

im goldnen Glanz.

Nach dunkler Nacht

erstrahlt sie ganz.

 

Ein warmes Licht

weckt Busch und Baum

und mein Gesicht

aus bangem Traum.

 

Wie reich und satt

erstrahlt die Welt!

Doch dort ein Blatt -

es fällt und fällt.

 

22.11.2020





Nebelflüstern

 

Im Nebel träumen Seen und Wälder.

Kaum hörbar flüstert mir ein Hauch:

Du frierst. Es wird dir immer kälter.

Komm, lächle, es gibt Gutes auch!

 

Ganz tief in dir, da ruht das Wissen

von dem, was Reiches dir geschah.

Voll Frieden, Wohlstand, auch voll Küssen,

so war dein Leben, gut und wahr.

 

Vergiss die Kämpfe, all die Schmerzen,

verlorne Kraft, verlornen Mut.

Vertraue endlich deinem Herzen.

Denn letztlich ist doch alles gut

 

14.11.2020





Elwedritsche

 

Die Elwedritsche ist ein Tier,

das heimlich lebt im Walde hier.

Es ist halb Huhn, halb Frau, halb Greif

und hat sogar nen Pferdeschweif.

Bei Vollmond lässt sie sich auch fangen

mit Säcken und mit langen Stangen.

 

Doch meistens spukt sie nur in Köpfen

mit dickem Busen und mit Zöpfen.

Und wenn die Tritsche ist vergnügt,

sie auch in Männerarmen liegt.

Ihr seht, dies Tier scheut zwar die Sonne,

doch sonst ist es die pure Wonne.

 

11.11.2020

 

Das von mir entdeckte Exemplar ist nicht gerade das attraktivste. Wollt ihr Elwedritschen mit Busen und Zöpfen sehen, googelt bitte nach dem Elwedritschebrunnen in Neustadt an der Weinstraße.

 





Felsentor

 

Millionen Jahre standgehalten,

den Wüstenstürmen und dem Frost.

Eiszeiten ließen dich erkalten,

du roter Fels, gefärbt vom Rost.

 

Die Zeit hat schließlich dir gelächelt:

erst Sand, dann Fels, dann Felsentor.

Auch milder Wind hat dir gefächelt.

Er flüstert: „Schicksal!“ in mein Ohr.

 

Die Jahre kommen und sie gehen.

Sie formen uns in ihrem Sinn.

Wenn sanfte Winde für uns wehen,

ist Schicksal Glück und Hauptgewinn.

 

7.11.2020






Seelenmütze

 

Die letzten Pilze tragen Mütze.

Viel Laub bedeckt schon ihren Hut.

Mein Jahr voll Pandemie und Hitze

war fordernd, aber letztlich gut.

 

Nun rauscht der Herbst mit seinem Regen.

Ich mag die Stille dieser Zeit

und auch das Rascheln auf den Wegen,

Durchatmen und Geborgenheit.

 

Ich mag das Lachen tief im Innern,

den Dank für alles, was geschah,

die Strahlen, die durch Bäume schimmern,

und Zuversicht fürs neue Jahr.

 

2.11.2020






Plätzchen-Herbst

 

So manche tragen jetzt schon Glatze,

doch viele Bäume sind noch bunt.

Ich sitz am Fenster, schau und schmatze

ein Schokoplätzchen süß und rund.

 

Herbstblätter wirbeln wild dahin.

Sie tanzen ihren Abschiedstanz.

Ich frag mich, ob ich einsam bin,

und kaue und vergess mich ganz.

 

Es greift das Jahr nach seinen Kindern.

Das alles endet nur zum Schein.

Ich denk zu viel. Es wird mich hindern,

nur zu genießen und zu sein.

 

Ich schau hinaus: „Wozu der Frust?

Du lebst doch, wie es dir gefällt.

Genieß den Herbst voll Lebenslust!

Dir bleibt genug in deiner Welt.“

 

29.10.2020





Ein wahres Erlebnis von heute Nacht



Jenseits der Zeit

 

Auch Sommerzeiten enden schnöde

Es stoppt die Uhr des Nachts um drei.

Mein Schlaf ist herrlich tief und öde.

Da meint die Blase: Bin so frei!

 

Ich tappe also schlafestrunken

zu mir ins Bad mit leerem Sinn.

Nun sitz ich tief in mir versunken.

Vor meinem Fuß, da kriecht was hin!

 

Ich bin hellwach! Doch ohne Brille

erkenn ich nur ein Häufchen klein.

Zu groß ist dieses für ne Grille.

Es kriecht und schwankt, zeigt kriechend Bein.

 

Ogott, wie eklig! Renn zur Küche

und kehre wieder mit nem Glas.

Das Vieh ist fast schon fortgeschlichen.

Ich fang es ein. Was ist denn das?

 

Nun seh ich es. Wie mich dies freut!

Ein Krötlein glubscht und stellt sich stur.

Ne Kröte jenseits aller Zeit!

Unmögliches braucht keine Uhr.

 

25.10.2020






Herbstgold

 

Frierende Bäume im nasskalten Wind,

die Blätter verschlissen. Das Jahr still zerrinnt.


Doch plötzlich, da fällt ein leuchtender Strahl

auf dieses Gelb. Schon lodert das Tal.

Es leuchtet und strahlt im goldenen Schein.

Wie kann so viel Schönheit das Ende nur sein?


Doch plötzlich ein Windstoß zum Sturmwind auffrischt.

Der Himmel wird grau - und der Zauber erlischt.

 

25.10.2020






Im Dunst

 

Im Dunst verschwimmen Fluss und Bäume.

Der Wald trägt schon sein stilles Kleid.

Und durch die grauen, leeren Räume

fliegt einsam wie durch meine Träume

ein Rabe - jenseits aller Zeit.

 

18.10.2020