Meine neuen Gedichte




Frühlingssehnen

 

Frühlingswind weht.

Wie´s rauscht und wie´s knackt!

Ob dort ein Riese

noch Winterholz hackt?

 

Doch singen die Vögel.

Das Gras schimmert grün.

Und still durch die Herzen

viel Sehnsüchte zieh´n.

 

Geduld nur, Geduld!

Es ist bald soweit.

Denn alles geschieht

 zur richtigen Zeit.

 

22.2.2020






Sturmwindlächeln

 

Dies ist mein Tag,

wenn Frühlingsstürme brausen

und tief im Wald ein Vogel zaghaft singt,

wenn unterm Moos vergnügte Zwerglein hausen

und erstes Grün mir neue Hoffnung bringt.

 

Dies ist mein Tag,

Wenn Sturmwindböen wüten,

den Menschen zeigen: Ihr seid winzig klein!

Wenn aus dem Traum schon längst vergess´ner Mythen

ein Satyr steigt und tanzt im Sonnenschein.

 

Dies ist mein Tag,

wenn Herzen wieder lächeln

und Füße unerschrocken vorwärts geh´n,

wenn nach dem Sturm ganz zärtlich Winde fächeln

und meine Augen nur noch Frühling seh´n.

 

16.2.2020






Das Ach

 

In einem Tal am Sauerbach

saß eines Morgens grau ein Ach.

Es stöhnte laut vor Weh und Leid

und jammerte die ganze Zeit.

 

Da wurd´ die Sauer schließlich sauer:

Mensch, Ach, nun werde endlich schlauer.

Nur Weh und Ach, was bringt denn das?

Heb´ deinen Hintern, tue was!

 

11.2.2020






Griesgram

 

Ein Frosch,

unsichtbar fast im Fels versteckt,

verzog die Gosch:

„Die Menschen sind so unbeleckt!

 

Ich bin

uralt und urig schlau.

Mir steht der Sinn

seit tausend Jahrn nach einer Frau.

 

Ein Weib,

ein warmer Herzensschatz,

freut auch den Leib.

Doch Träume sind nur für die Katz.“

 

Da meint

ein Mensch: „Guck nicht so schändlich!

Genug geweint!

Willst du ne Frau, so lächle endlich!“

 

 6.2.2020






Hasendrache

 

Ein Hase hoppelt durch den Wald.

Die Sehnsucht treibt ihn. Es ist kalt.

Da kommt ein Weib, ne Schöne, Große.

Schon schlägt sein Herz in seiner Hose.

 

„Die muss ich haben, diese Schöne!

Genau die ist´s! Wie ich mich sehne!“

Doch leider ist das Weib ein Drache

mit Zacken. Die geht gleich zur Sache:

 

„Du kleines, glattes Hasentier,

ich mag kein Fell, ist nicht mein Bier!“

Darauf der Hase schnell mutiert

und zu nem Hasendrachen wird.

 

Nun lässt die Schöne sich erweichen.

Jedoch Gefühle nur kurz reichen.

Ganz plötzlich ändert sich ihr Sinn

Sie packt ihn fest und futtert ihn.

 

So ist das Leben: Lust wie Leid

erscheinen stets zur falschen Zeit.

 

29.1.2020






Die Kiefer

 

Auf Felsen gewachsen,

im Sturme erprobt,

viel Not widerstanden,

von niemand gelobt,

so trotzt diese Kiefer

geduldig und frei

den Kräften des Lebens.

Sag, wer steht ihr bei?

 

Ihr eiserner Wille,

ihr Traum, es gelingt, 

ihr Wunsch, stets zu wachsen,

ein Vogel, der singt,

viel Nöte, die stählten,

geduldiger Mut,

ihr tiefes Vertrauen:

Ja, alles ist gut.

  

22.1.2020






Schmerzhaft

 

Manchmal kippt man aus den Latschen.

Auwei, das tut so richtig weh!

Man ist behindert, kann nur hatschen

und quält sich ab von Kopf bis Zeh.

 

Doch trifft es andre Brüder schlimmer.

Sie kippen um, sind plötzlich tot.

Ja, schlimmer geht es letztlich immer.

Du hast noch Hoffnung in der Not!

 

18.1.2020

 

Für einen arg gebeutelten Menschen, dem ich

aus tiefstem Herzen Heilung wünsche






Im ewigen Takt

 

Die Seelen der Bäume, sie stehen jetzt nackt.

Sie zeigen ihr Wesen.

Die Zeit schlägt den Takt.


Gefühle entblößen und zeigen uns nackt.

Wir träumen und hoffen.

Und doch schlägt der Takt.


Wir alle erleben, dass Klarheit uns packt,

dies Staunen und Beben.

Fast strauchelt der Takt.

 

17.1.2020






Im Irrenhaus

 

Manchmal guckt man aus der Wäsche,

als wär die Welt ein Irrenhaus.

Doch wenn ich fröhlich vorwärts presche,

dann halte ich dies Leben aus.

Ganz heimlich ziehe ich den Schluss:

Ich lächle jedem freundlich zu,

geb Friedlichen den Friedenskuss

und denk für mich: Lasst mich in Ruh!

Denn Irresein ist wohl ein Muss.

 

15.1.2020






Opferschale

 

Als Opferschale tief im Wald

bin ich schon tausend Jahre alt.

Der Menschen Not nahm nie ein Ende.

Ich legte sie in Götterhände.

Gebet vermochte früh zu wärmen.

Doch ob es half, steht in den Sternen.

Denn Menschen müssen lernen, lernen…

  

31.12.2019

 


 



Neues Jahr 2020

 

Ein neues Jahr, ein neues Glück,

voll Frieden nur und ohne Feind,

mit Blick voraus und nicht zurück,

ein Glück, das nicht nur Jugend meint.

 

Ein neues Jahr voll In-sich-Ruhn,

mit Menschen, die mir nahe sind,

ein Jahr in guten, neuen Schuhn,

in dem ich reif bin und ein Kind.

 

Ein Jahr, gespickt mit neuem Glück,

mit all dem Kleinen, was erfüllt,

mit tausend Freuden, Stück für Stück,

ein Jahr, das Gutes nur enthüllt.

 

30.12.2019






Hoch hinaus

 

So mancher möchte hoch hinaus.

Er ächzt und stöhnt: Wie unbequem!

Er will´s gemütlich. So ein Graus,

er läuft ganz langsam und bleibt stehn.

 

Da, schau, die oben haben Sonne!

Vor Ärger wird ihm schon ganz schlecht.

Die aalen sich dort voller Wonne.

Wie ist die Welt doch ungerecht!

 

18.12.2019






Mitmenschlichkeit

 

Was gibt uns Hoffnung?

Selbstlosigkeit.

Was gibt uns Kraft?

Zugewandtheit.

Was richtet uns auf?

Die helfende Hand.

 

Was spornt uns an?

Selbstlosigkeit.

Was setzt ein Ziel?

Zugewandtheit.

Was bessert die Welt?

Ansteckungskraft.

 

Was treibt uns an?

Immer die Liebe.

 

15.12.2019




Dieses Foto ist nicht von mir. Ich habe aber die Erlaubnis, es zu benutzen.


Haareis

 

Du weißer Schopf aus weißem Haar,

bei kaltem Wetter klar und wahr,

raucht dir der Kopf vor wirren Träumen?

Ach, alter Schopf, willst nichts versäumen?

Du willst Erkenntnis, willst Genuss

und Freude auch im Überfluss?


Dir droht sehr bald der große Schreck:

Wird es dir warm, dann schmilzt du weg.

Dann kommt das Aus für Schopf und Spaß.

Dein wirres Haar die Sonne fraß.

Hängst nur noch schlaff, vom Licht geschunden.

Die Illusionen - mitverschwunden.

 

12.12.2019

 

Haareis entsteht durch Pilze im toten Holz. Bei ihren Stoffwechselprozessen gasen diese aus und schieben die im Holz vorhandene, noch nicht gefrorene Feuchtigkeit an die Oberfläche. Sind die Temperaturen kurz unter null, gefrieren diese feuchten Ausgasungen zu wunderschönen haarähnlichen Gebilden.





Grauer Schopf

 

Grauer Schopf. Bin reif und reich.

Stolzgeschwellt - das Ziel erreicht.

Doch die Jungen, die am Start,

sind in ihrem Urteil hart:

Alt, verdorrt und unbrauchbar.

Restbestand aus diesem Jahr.

Grinsend schau ich sie nur an

und denke mir: Da ist was dran.

Doch ich hab Frieden längst gefunden.

Euch blühen noch die schweren Stunden.

 

3.12.2019






Altes Laub


Altes Laub dämpft meinen Schritt.

Es raschelt laut, läuft mit mir mit.

Einst frisch und grün, jetzt dürr und alt.

So ist der Lauf des Lebens halt.

Doch dürr und alt macht trotzdem Sinn.

Bin froh, dass ich so alt nun bin.

Muss nichts mehr müssen. Kein “Stand by“.

Hab Lebensfreude. Bin jetzt frei.

 

1.12.2019






Elfentritte

 

Kleine Schritte –

Elfentritte!

Leider nur das leise Klopfen

dicker Tau- und Nebeltropfen.

Denn die Elfen, diese Kleinen,

huschen fort auf Zauberbeinen.

Kaum entdeckt,

sind sie verschreckt.

Nur eine hab ich noch gesehen -

nebelgleich im Wind verwehen.

Zauberelfchen, lebst du hier?

Bitte, bitte, zeig dich mir!

 

 1.12.2019