Januar

 



Für meinen Butze

 

Seit einem Jahr bin ich allein.

So viele Tränen waren dein!

Doch letztlich musste es so sein.

 

Nun bist du fort,

an fernem Ort.

Sag, jagst du dort?

 

Nun leb´ ich ohne dich, mein Hund.

Was mir nur bleibt, ist unser Bund:

Verbunden tief im Herzensgrund.

   

11.1.2019 

(Butze starb am 11.1.2018 mit 19 Jahren.)

 

 

 

 

 

Januarnebel
 
Stumm starren Stümpfe
durchs bleiche Gebräu.
Flüchtige Geister
verbergen sich scheu.
Ich sehe Gestalten
im dunstigen Holz,
bleiche Gespenster
voll Irrwitz und Stolz.
 
Hämisch sie gaffen
durchs Nebelgeäst
hocken und lauern
erwarten ihr Fest.
Sie wispern und zittern.
Gleich kommt ihre Zeit
für ätzende Scherze
und quälendes Leid!
 
Wie starren die Stümpfe
durchs dunstige Weiß!
Voll panischem Schrecken
dreh´ ich mich im Kreis.
Welch uraltes Grauen
irrt hier durch den Wald!
Januarnebel –
gefährlich und kalt.
 
 
28.1.15
(Begonnen Jan. 14)

 

 

 

 

 

Hoffnung

 

Noch ist die Hoffnung klein und dünn

und steht noch schwach auf Wackelbeinen.

Da kommt mir heilsam in den Sinn,

dass nichts gesünder ist als weinen.

Danach erwacht dann neue Kraft

und Hoffnung, die sich selbst erschafft.

Und nun, da alle Angst besiegt,

erneut mein Herz vor Freude fliegt.

   

24.1.15

 

 

 

 

 

Ein altes Blatt
 
Ein altes Blatt,
es zittert starr im Wind,
des Lebens satt
und für den Frühling blind.
 
Ich stehe still,
erschrecke und begreife:
Das Leben will
auch Abschied, Alter, Reife.
 
Das Blatt erbebt,
streift fallend mein Gesicht.
Dann fliegt es, schwebt  -
ein Hauch im Morgenlicht.
 
21.1.2015

 

 

 

 

 

Trauer
 
Die Stille ist ein Totenhemd,
sie deckt die Angst, sie deckt den Schmerz,
sie deckt die Tränen ungehemmt
und tröstet mir mein wundes Herz.
 
Die Stille ist erschreckend leise.
Sie lenkt nicht ab. Sie konfrontiert.
Doch heimlich summt sie eine Weise,
die neue Zuversicht gebiert.
 
Die Stille ist ein Totenhemd,
das gnädig meinen Schmerz umhüllt.
Von Tränen wird es fort geschwemmt -
und neue Hoffnung mich erfüllt. 
 
7.1.15


Am 2.1.2015 verstarb mein alter Freund Walter, meine ehemalige große Liebe. Zum Zeitpunkt des Gedichts wusste ich noch nichts von seinem Tod. Ich erschrak nur über meine unerklärbare, unendliche Traurigkeit.