Trauer



Die Liebe lebt
 
Wenn einsam der Abend sich neigt,
verlassen ein Sternlein sich zeigt
und alles ganz still ist und schweigt,
wenn Abschied ins Dunkel gewebt
und traurig mein Herz zu dir strebt,
strahlt doch noch die Liebe. Sie lebt.
 
30.4.2018


 

 

 

 

Abschied
 
Der Sommer geht
und schweren Herzens lasse ich ihn ziehen.
Wenn Herbstwind weht,
schau ich nach Blumen, die erblühen.
 
Doch Glück verweht.
Vertraute Freunde haben mich verlassen.
Mein Herz versteht:
Was bunt und froh war, wird nun bald verblassen.
 
Doch Herbstzeit lädt
auch ein, den tiefen Schmerzen zu entfliehen.
Im roten Schein
des Abendlichts wird auch mein Leid verglühen.
 
Wenn Herbstwind weht,
dann tropfen Tränen mild auf pralle Pflaumen.
Das Leben sät
von allem viel. Was bleibt, ist stilles Staunen.
 
2.8.2015

 

Ich widme dieses Gedicht meinem lieben, alten Freund Helmut G. Er verstarb am 26.7.2015.
Vor ihm verstarb am 2.1.2015 mein anderer alter Freund aus jungen Zeiten Walter O.
Ich bin tief dankbar für unsere lebenslange innere Verbundenheit.

 

 

 

 

 

 

 

Schmerz

 

Mein Schmerz ist groß.

Die Not scheint schier unendlich.

Mein Herz liegt bloß.

Kein Trost ist mir verständlich.

 

Mein Rücken krumm -

Die Hoffnung ist geschwunden.

Ich grüb´le stumm

in tiefem Schmerz gebunden.

 

Nun spricht mein Kopf:

Der Schmerz macht dich noch stumpf.

Pack dich beim Schopf

und zieh dich aus dem Sumpf!

 

Mein Schmerz ist groß.

Doch Not ist nie unendlich.

Ich leide bloß.

Doch auch dies Leid ist endlich.

 

20.5.15

 

 

 

 

 

 

 

Drohende Abschiede
 
Ich bin wie gelähmt,
Die Abschiede drohen.
Mein Glück stöhnt verschämt:
Gedenke der frohen,
einst lächelnden Zeiten.
Denn wenn deine Lieben
dir bald auch entgleiten,
so traue dem Leben
und dem, der es hält.
Du wirst zwar erbeben.
Doch bleibt dir die Welt.
Sie hofft auf dein Gutes,
dein gebendes Du.
Sei stets guten Mutes.
Die Kraft wächst dir zu.
 
Anfang Mai 2015
 

 

 

 

 

 

Trauer
 
Die Stille ist ein Totenhemd,
sie deckt die Angst, sie deckt den Schmerz,
sie deckt die Tränen ungehemmt
und tröstet mir mein wundes Herz.
 
Die Stille ist erschreckend leise.
Sie lenkt nicht ab. Sie konfrontiert.
Doch heimlich summt sie eine Weise,
die neue Zuversicht gebiert.
 
Die Stille ist ein Totenhemd,
das gnädig meinen Schmerz umhüllt.
Von Tränen wird es fort geschwemmt -
und neue Hoffnung mich erfüllt. 
 
7.1.15

 

Am 2.1.15 verstarb mein alter Freund Dr. Walter Ordemann. Von seinem Tod habe ich erst Monate später erfahren. Anfang Januar hatte mich eine bedrängende, große Traurigkeit erfasst, die ich nicht zuordnen konnte.

 

 

 

Tränenmeer
 
Ich sinke tief in Schmerz und Pein.
Verzweifelt reck ich meinen Hals.
Doch steigt die Flut, dringt in mich ein,
ein Tränenmeer aus Schmerz und Salz.
 
Ich bin nicht mehr, agiere nur.
Mechanisch lebe ich den Tag.
Dann sinkt die Flut und Lebensuhr
läuft noch. Doch schweigt ihr Stundenschlag.
 
Die Welt ist alt und ist auch neu,
nicht mehr vertraut, wie sie einst war.
Doch trägt sie mich. So schreit ich scheu
in diesen Tag, so neu und klar.
  
17.7.14

 

 

 

 

 

Abschied 

Nun schließt das Leben seine Kreise
und leise, leise
summt der Abschied seine Weise. 

Ich danke dir für deine Nähe,
geliebte Nähe!
Wenn ich dich nur wiedersähe! 

Mein Herz singt weinend deine Weise.
Und leise, leise
schließt das Leben seine Kreise.  

10.4.13

 

 

 

 

 

Traumerleben 

Waldträume sind sanft,
voll innerem Frieden,
verschmelzen im Grün.
Bin nicht mehr geschieden
von Gräsern im Wind,
von Blättergefächel,
dem Huschen der Maus
und Hundegehechel,
vom samtweichen Moos,
und blühenden Wiesen,
dem Schatten im Wald
und Bäumen wie Riesen. 

Schon dehnt sich mein Ich
hoch über die Wipfel, 
umschwebt fernen Hang
hinauf bis zum Gipfel,
dehnt sich durch Schleier,
verschmilzt mit dem Licht  -
und sinkt sanft zurück.
Ein Sonnenstrahl bricht
durchs wirre Geflimmer
im Grün über mir.
Still ist´s - wie immer.
Ich bin wieder hier. 
 

Doch steigt meine Seele
einst ewig ins Glück,
schau ich voll Liebe
zu euch hier zurück.
Ich werd´ euch begleiten
in jedweder Not.
Gewechselt die Seiten,
heißt nicht, dass ich tot.
Ich schwebe beglückt
durch die zeitlosen Weiten,
von Freude erfüllt
in Ewigkeiten. 

1.6.12

 

 

 

 

 

 

Abschied 

Abschied
von der Kindheit
den sonnigen Tagen
Abschied
von der Heimat
die einst mich getragen 

Abschied
von dir
die stets reich verschenkt
Abschied
von der Liebe
die sanft mich gelenkt 

Abschied
von Größe
die bescheiden doch blieb
Abschied
von Erinn´rung
die uns beiden so lieb 

Abschied
von Weisheit
die dein Wesen mir gab
Abschied
von Gesprächen
fast bis ans Grab 

Abschied
von Liebe
die Früchte noch treibt
Kein Abschied
für immer
Die Hoffnung bleibt   


Für meine geliebte Tante Helma,

meine "zusätzliche Mutter",
verstorben am 17.7.11 

23.7.11

 

 

 

 

 

Für meine Freundin 

Die Heide blüht.
Der Sommer senkt die Lider. 
Schon müde träumt
er noch einmal alle Pracht.
Ich seufze schwer.
Nichts bleibt und nichts kehrt wieder
ohne die Schwärze
eiskalter Nebelnacht. 

Die Heide blüht.
Doch du schaust in den Abgrund,
erleidest jetzt
fast hoffnungslose Pein.
Verzweiflung glüht.
Wann wird auch dir die Welt bunt,
heilt Lebenskraft
dir Körper, Geist und Sein? 

Die Heide glüht
im Feuer deines Mutes.
Du gehst den Weg,
der schmerzhaft steinig ist.
Doch in der Ferne
leuchtet dir dein Gutes,
schenkt Hoffnung dir,
dass einst gesund du bist.  

3.9.08
 

Meine Freundin Elsbeth verstarb am 24.9.08.

In meinem Herzen bleibst Du mir unvergessen.

 

 

 

 

 

 

 

Bitteres Jahr

Dies ist mein Jahr,
wenn unter Wolkenschwärze
der Sonne liebes Licht verlischt;
wenn Pfeile treffen
mitten mich ins Herze
und Essig unter meinen Wein gemischt.

Dies ist mein Jahr,
wenn Illusionen platzen
und Dunkelheit mein ganzes Sein erfüllt;
wenn Wahrheit starrt
aus gnadenlosen Fratzen
und Anspruchshaltung seine Gier enthüllt.

Dies ist mein Jahr,
wenn nach endlosem Fragen,
ganz langsam ein Begreifen reift,
Selbstzweifel wieder
scheu zu lächeln wagen
und Schmerz zwar wimmert, aber nicht mehr keift.

Dies ist mein Jahr,
wenn Herbsttag voller Klarheit
senkt tiefen Frieden mir ins Herz hinein,
wenn ich die Süße
schmecke in der Wahrheit
und Weisheit lächelt über falschen Schein.

 15.10.07

 

 

 

 

 

 

Sinnfrage 

Ein Bild aus frohen Jugendzeiten  -
Vertrau´n und Nähe sind dahin.
Für Ehrlichkeit mag ich nicht streiten.
Doch Segen möge dich begleiten!
Wie brennt mein Schmerz!
Wo liegt der Sinn?  

22.9.07

 

 

 

 

 

Schwer 

Schwer
hängen die Blätter, die grünen,
von Tränen nass.
Tropfend sie sühnen,
was nie ich vergaß. 

Leer
mahlen Gedanken wie Mühlen
in endlosem Kreis.
Noch schmerzt mich dies Fühlen.
Weiß nicht, was ich weiß. 

Mehr
rauschen die Wipfel, die weisen.
Wald, uralter Schoß!
Menschen entgleisen.
Doch Liebe lässt los.

26.6.07
 

 

 

 


 Abschied

Mein Schmerz ist ein Meer
aus Tränenmassen.
Dein Tod brennt mich leer.
Nun bin ich verlassen.
Mein Schmerz ist ein Meer.
Nichts kann ihn fassen.

Für Marion in ihrem Schmerz

24.5.06

 

 

 

 

Durchschnittenes Herz 

Beißend schneidet der Wind durch mein Herz.
Alter, Winter, Abschiedsschmerz.
Ich bin von dir gegangen.
Eisgrauer Staub peitscht mein Gesicht.
Zitternd steh ich im eisigen Licht.
Dein Schmerz hält auch mich gefangen. 

20.2.04
 

 


 

Am Sarg

Eisige Hände,
gefaltet im Tod.
Starres Gesicht,
doch jenseits der Not.

Fandest nie Frieden
in Zielen und Tun.
Kämpftest noch sterbend.
Erst tot kannst du ruhn.

Gescheitert im Leben,
doch Haltung bewahrt.
Süchten verfallen,
ideenvernarrt.

Doch sterbend in Größe,
die niemand erfasst.
Entsetzliches Leiden
ertrugst du gefasst.

Kein Laut der Klage.
Bejahtest die Qual.
Vollendetes Leben.
Dein Opfermahl.

Vergeben, vergessen,
alles verziehn.
Mit Liebe gemessen,
was ungut nur schien.

Geh nun in Frieden.
Du hast uns gezeigt
den Kern deines Wesens.
Wir stehen verneigt.

Für Karlheinz
an seinem Begräbnistag,
dem 22.5.02